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Meine Seelenkunst

 „Dies ist kein Ort zum schnellen Klicken –

sondern zum Ankommen, Fühlen und Verstehn.“ 

🌿 Materialien mit denen ich arbeite und ihre Bedeutung

Jedes Material trägt seine eigene Geschichte in sich. Nicht nur in seiner Form – sondern in dem, was es in uns berührt. Ich arbeite bewusst mit natürlichen und gestaltbaren Materialien, weil sie mehr sind als nur Träger meiner Kunst. Sie bringen ihre eigene Energie mit – und verbinden sich mit dem, was entstehen möchte.

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    Kupfer

    Kupfer ist ein stiller Begleiter, der seit jeher für Leitung und Verbindung steht. Es wird nicht nur in der sichtbaren Welt genutzt, um Energie weiterzugeben –  auch auf einer feineren Ebene wird es oft als unterstützend wahrgenommen, wenn es darum geht, Fluss zu ermöglichen.

    In meinen Werken wirkt Kupfer wie ein leiser Vermittler: zwischen innen und außen, zwischen Gefühl und Ausdruck.

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    Holz

    Holz trägt die Kraft des Gewachsenen in sich.
    Es erinnert an Beständigkeit, an Zyklen, an das Leben selbst.

    Jedes Stück Holz ist einzigartig – gezeichnet von Zeit, Wetter und Wandel.
    Es bringt Ruhe und Erdung in meine Arbeiten und schafft eine Verbindung zur Natur.

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    Resin

    Resin hat etwas Besonderes:
    Es hält fest, was sonst vielleicht übersehen würde.

    Farben, Strukturen, kleine Details – alles wird eingebettet und sichtbar gemacht. So entsteht eine Tiefe, die oft erst auf den zweiten Blick erkannt wird. Für mich ist Resin wie ein Raum, in dem Dinge bewahrt und gleichzeitig neu gesehen werden können.

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    Reliefgießmasse - Gips

    Gips beginnt weich und formbar – und wird mit der Zeit fest. Er erinnert daran, dass Veränderung ein Prozess ist.
    Dass etwas erst entstehen darf, bevor es Gestalt annimmt.

    In meinen Werken steht Gips für das Werden – für den Moment zwischen Idee und Form.

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    Stein

    Stein trägt eine tiefe, ruhige Kraft in sich.
    Er steht für Stabilität, für Zeit, für etwas, das bleibt.

    Viele empfinden Steine als Anker – als etwas, das Halt gibt, ohne sich aufzudrängen. Sie bringen eine stille Präsenz in meine Arbeiten.

🌿 Formen & Symbole und ihre Bedeutung

Symbole sprechen eine leise Sprache.
Oft verstehen wir sie nicht mit dem Verstand – sondern fühlen sie. Sie begleiten Menschen seit jeher. Als Zeichen, als Wegweiser, als Ausdruck von etwas, das sich kaum in Worte fassen lässt. Auch in meiner Kunst tauchen immer wieder bestimmte Symbole auf. Nicht, weil ich sie bewusst auswähle – sondern weil sie sich zeigen. Jedes trägt eine eigene Qualität in sich und kann etwas in uns berühren, erinnern oder in Bewegung bringen.

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    Kupfer

    Kupfer ist ein stiller Begleiter, der seit jeher für Leitung und Verbindung steht.

    Es wird nicht nur in der sichtbaren Welt genutzt, um Energie weiterzugeben –
    auch auf einer feineren Ebene wird es oft als unterstützend wahrgenommen, wenn es darum geht, Fluss zu ermöglichen.

    In meinen Werken wirkt Kupfer wie ein leiser Vermittler:
    zwischen innen und außen, zwischen Gefühl und Ausdruck.

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    Holz

    Holz trägt die Kraft des Gewachsenen in sich.
    Es erinnert an Beständigkeit, an Zyklen, an das Leben selbst.

    Jedes Stück Holz ist einzigartig – gezeichnet von Zeit, Wetter und Wandel.
    Es bringt Ruhe und Erdung in meine Arbeiten und schafft eine Verbindung zur Natur.

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    Resin

    Resin hat etwas Besonderes:
    Es hält fest, was sonst vielleicht übersehen würde.

    Farben, Strukturen, kleine Details – alles wird eingebettet und sichtbar gemacht.
    So entsteht eine Tiefe, die oft erst auf den zweiten Blick erkannt wird.

    Für mich ist Resin wie ein Raum, in dem Dinge bewahrt und gleichzeitig neu gesehen werden können.

  • Title 03

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🌿 Runen und ihre Bedeutung

24er Futhark – Die Basics des Runen Alphabets

Futhark – Der Name ist simpel, er leitet sich ganz einfach aus den ersten sechs Buchstaben des alten Runenalphabets ab.

Fehu (F) – Uruz (U/V) – Thurisaz (Th) – Ansuz (A/O) – Raiðo (R)- Kenaz (C/K)

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    In den meisten Ländern, quer durch alle geschichtlichen Zeiten hinweg, wurden Runen gefunden. Selbst in der Steinzeit fanden Runen bereits Verwendung. Es sind Symbole mit denen sich ganz einfach komplexe Inhalte darstellen lassen. In alten Zeiten waren alle Schriftsysteme eine geheime Kunst, die nur bestimmten Gruppen, wie einer Priesterschaft, zugänglich war. Das einfache Volk indes sah etwas magisches in den nicht entzifferbaren Hieroglyphen.

    In frühen Runen-Texten wurde oftmals von rechts nach links geschrieben, mancherorts wird diese alte Tradition fortgeführt.

    Die Frage danach, woher das Runenalphabet eigentlich kommt, beschäftigt noch heute die Gelehrten. Viele Theorien waren im Einsatz. Fast alle klangen sie schlüssig, doch eine bewiesene Theorie ließ sich bisher nicht aufstellen.

    Es hieß bereits die Runen:

    • entwickelten sich aus der römischen Schrift

    • sind vom griechischen Alphabet abgeleitet

    • entwickelten sich aus der etruskischen / norditalienischen Schrift

    • stammen vom phönizischen Alphabet ab

    • stammen gar aus Atlantis

    • entwickelten sich aus der Vinca Schrift

     

    Das Ganze ließe sich noch weiter fortführen, doch die eine Antwort gibt es nicht. Ich denke, jeder muss für sich seine eigene Wahrheit erspüren. Ich folge einer sehr beliebten These unter den Theologen und glaube, dass das ältere Futhark sich eigenständig in Nordeuropa entwickelt hat.

    Im Norden unseres Landes wurden Runen gefunden, die auf 3000 v. Chr. datiert wurden. Hierbei handelt es sich nicht um Buchstaben, sondern um Symbole. Es wird angenommen, dass das Futhark mit seinen 24 Runen um 400 herum in Skandinavien eingeführt wurde.

    Das 16 Runen Futhark, welches typisch für den skandinavischen Raum ist, wurde in der Zeit der Wikinger (800 – 1200 v. Chr.) entwickelt.

    Es heißt immer, das 24er Futhark sei das Ältere, aber auf die Frage: „Warum sollte man das Alphabet verkleinern?“, gab es bisher keine befriedigende Antwort.

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    In den meisten Ländern, quer durch alle geschichtlichen Zeiten hinweg, wurden Runen gefunden. Selbst in der Steinzeit fanden Runen bereits Verwendung. Es sind Symbole mit denen sich ganz einfach komplexe Inhalte darstellen lassen. In alten Zeiten waren alle Schriftsysteme eine geheime Kunst, die nur bestimmten Gruppen, wie einer Priesterschaft, zugänglich war. Das einfache Volk indes sah etwas magisches in den nicht entzifferbaren Hieroglyphen.

    In frühen Runen-Texten wurde oftmals von rechts nach links geschrieben, mancherorts wird diese alte Tradition fortgeführt.

    Die Frage danach, woher das Runenalphabet eigentlich kommt, beschäftigt noch heute die Gelehrten. Viele Theorien waren im Einsatz. Fast alle klangen sie schlüssig, doch eine bewiesene Theorie ließ sich bisher nicht aufstellen.

    Es hieß bereits die Runen:

    • entwickelten sich aus der römischen Schrift

    • sind vom griechischen Alphabet abgeleitet

    • entwickelten sich aus der etruskischen / norditalienischen Schrift

    • stammen vom phönizischen Alphabet ab

    • stammen gar aus Atlantis

    • entwickelten sich aus der Vinca Schrift

     

    Das Ganze ließe sich noch weiter fortführen, doch die eine Antwort gibt es nicht. Ich denke, jeder muss für sich seine eigene Wahrheit erspüren. Ich folge einer sehr beliebten These unter den Theologen und glaube, dass das ältere Futhark sich eigenständig in Nordeuropa entwickelt hat.

    Im Norden unseres Landes wurden Runen gefunden, die auf 3000 v. Chr. datiert wurden. Hierbei handelt es sich nicht um Buchstaben, sondern um Symbole. Es wird angenommen, dass das Futhark mit seinen 24 Runen um 400 herum in Skandinavien eingeführt wurde.

    Das 16 Runen Futhark, welches typisch für den skandinavischen Raum ist, wurde in der Zeit der Wikinger (800 – 1200 v. Chr.) entwickelt.

    Es heißt immer, das 24er Futhark sei das Ältere, aber auf die Frage: „Warum sollte man das Alphabet verkleinern?“, gab es bisher keine befriedigende Antwort.

Das Freyrs Aett - Die Runen des Gottes Freyr

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Das erste Oktett wird Freyrs Aett, auch Bauern- oder Handwerks-Aett, genannt und ist dem Gott Freyr gewidmet.

Es besteht aus den ersten acht Runen des Futharks:

Fehu – Uruz – Thurisaz – Ansuz – Raiðho – Kenaz – Gebo – Wunjo

Diese Runen sagen uns, wie wir unser Leben gestalten müssen, damit es ein wirklich gutes Leben ist. Es geht um Stabilität, Schutz und Wohlstand, nicht nur materieller auch geistiger Natur.

Sie erzählen von Geburt und Tod, von Leben und Kämpfen. Sie weisen uns unseren spirituellen Weg, um ein Leben zu führen, welches sicher in dieser Welt verankert ist.

Früher war es äußerst bedeutsam, auch materielle Güter anzuhäufen, das einzelne Leben hing davon ab. Nahrung, Unterkunft und ein sicherer Schutz vor Feinden waren unabdingbar. Auch davon erzählen die ersten

acht Runen.

Heutzutage sind die Probleme der Menschen auf einem wesentlich höheren Niveau angesiedelt. So helfen diese Runen dir dabei, einen Job zu finden oder zu halten, sie helfen bei der Wahl der Partnerschaft, beim Zugewinn materieller und immaterieller Güter.

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    Fehu – Die 1. Rune aus dem 24er Futhark
    Fehu ist eng mit dem Feuer der Schöpfung, dem Urfeuer verbunden. Das Feuer ist es, welches alles erschuf, als die Welt noch Chaos war. Es ist die Quelle allen Lebens, da es das Eis zum Schmelzen brachte, welches den Tropfen formte aus dem Ymir, der erste zweigeschlechtliche Riese, das erste Wesen der Welt, entstand. In dieser Rune lodert der göttliche Funke, welcher auch den Menschen dazu dient, fortwährend Kinder zu zeugen. Vieh, (beweglicher) Besitz, wie Geld, Wohlstand

    Fehu – Die erste Rune des 24er Futharks
    Frigg, Freya und Freyr – diese drei Gottheiten sollen für diese Rune Pate gestanden haben. Fehu ist nicht nur die erste Rune des gesamten 24er Futharks, sie ist gleichsam auch die erste Rune des ersten von drei Aetts, welche je acht Runen beinhalten. Dieses Aett wird auch das Freyrs Aett genannt. Die Hitze des Feuers, die Kälte des Eises – die Ur-Essenzen allen Lebens in den Reichen des Weltenbaumes Yggdrasil – formen jeglichen Neubeginn. Die Vergangenheit wird verabschiedet und Neues darf entstehen. Nichts soll bleiben wie es war, alles ist im Wandel. Wandel – Beweglichkeit
     
    Aus starren Mustern kann nichts fließen. Beweglichkeit ist Reichtum. Ständig erneuert sich die Natur, passt sich an. Sie ändert sich stetig und sichert so ihr Überleben. Was sich nicht wandelt, stirbt. Auch unser Geist braucht diese Elastizität, die Modifikation.

    Fehu ist davon durchdrungen. Alles muss bewegt werden, materielle und immaterielle Güter. Die Rune steht für das Vieh oder auch Rind. In der alten Zeit war das Vieh häufig ein Zahlungsmittel im Güteraustausch. So ist Fehu auch die Rune des Profits, des Gewinns, der Erfüllung, des (beweglichen) Besitzes und Wohlstandes. Alles, was du ohne weiteres mit dir führen kannst, trägt in sich das Wesen von Fehu.

    Heutzutage würde Fehu auf materieller Basis dem Geld entsprechen, das wir mit uns führen und was ständig in Umlauf ist. Es wechselt immer wieder den Eigentümer, wird gegen Waren und Dienstleistungen getauscht. Fehu ist nicht das Geld, welches Zuhause im Sparstrumpf unter der Matratze ein tristes Dasein fristet. Diese Rune ist frei, erfindet sich neu und möchte in das Leben hinein fließen.

    Immateriell küsst Fehu unseren wachen Geist, ist sie Quelle unserer Gedanken und Ideen. Sie darf sprudeln und viele neue Impulse hervorbringen. Keine Stagnation – stetige Lebendigkeit in unserem Sein.
    Fehu ist auch die Rune der selbstlosen Fülle. Handle also im Wohle aller und nicht aus purem Eigennutz. Sorge dafür, dass alles Leben fließt – ein Kreislauf bleibt. Gelingt dir das, so wird diese Fülle dich tragen und dir die Kraft und den Mut schenken, anderen Menschen zu helfen.
     Feoh ist Hilfe jedwedem Lebenden, soll doch jeder Mann mächtig es teilen
    wenn er will, vom Drost (Fürst) Urteil erlösen. (aus dem angelsächsichen Runenlied)
     
    Fehu – Weltlicher & magischer Nutzen
    Trage Fehu als Amulett, wenn dein Leben in gewissen Situationen stagniert und es einfach nicht vorangehen will. Sie hilft auch, den Geist wieder klarer werden zu lassen, damit neue Gedanken und Ideen emporsteigen können.
    In Geschenke für Menschen, die dir am Herzen liegen, kannst du die Kraft der Rune weben, um deren Glück und Wohlstand zu mehren. Zeichne sie dazu einfach auf das Papier, begleitet von einem Segensspruch.
    Du kannst Fehu als Amulett tragen, wenn du in deinem Leben eine Krise zu bewältigen hast. Sie wird dir Kraft schenken. Sie unterstützt dich ebenso beim Auskurieren von Krankheiten. Die Kraft des Urfeuers kann dich in deiner spirituellen Entwicklung unterstützen. Es verhält sich wie mit dem Narren des Tarots zu Beginn seiner Reise. Alles ist möglich, alle Welten stehen offen. In jedem von uns lebt der Funke der Schöpfung und die Kraft, selbst schöpferisch zu wirken.

    Rufe ihre Kräfte an, wenn du Starthilfe benötigst. Zeichne sie zwischen Nabel und Scham, damit sie deine inneren Kundalini-Power weckt. Raune sie, wenn du Geldzauber webst. Setze diese Rune stets ein, wenn der Lebensfluss wirklich fließen soll, egal in welchen Bereichen.

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    Uruz – Der Auerochse
    Es geht bei dieser Rune um die wilde Kraft des Schaffens. Ihr ist der lateinische Buchstabe U zugeordnet. Uruz steht im älteren Futhark an zweiter Stelle. Ist Fehu das Urfeuer, so ist Uruz das Ur-Eis. Beide zusammen – Feuer und Eis – schufen das erste Wesen, den Riesen Ymir.
    In ihr wütet eine sehr starke Schöpfungskraft. Uruz ist auch der Auerochse und wie dieser kann sie tief in der Erde verwurzelt sein oder mit zerstörerischer Kraft über einen hereinbrechen. Diese Rune sagt: Gehe deinen Weg, aber gehe ihn mit voller Kraft!

    Die Rune Uruz – Die wilde, starke Urkraft der Erde
    Die Rune Uruz ist der zweite Akt der Schöpfung. War Fehu der göttliche Funke, so ist diese Rune das Wasser. Zusammen sind sie eine überaus starke Schöpfungskraft. Uruz ist aber auch geerdet. Sie ist der kräftige Auerochse, die heute ausgerottete Art wild lebender Rinder. Sein Stand ist fest, wenn sein Gemüt nicht in Wallung gebracht wird und doch kann seine Kraft zerstören, wenn die Rage ihn ereilt. Auerochse, Ur
     
     Uruz – Die Urkraft der Erde
    Es ist die zweite Rune im älteren 24er Futhark – äußerst kraftvoll und hoch energetisch. In ihr steckt die gewaltige Kraft von Mutter Erde. Was den Griechen ihre Erdengöttin Gaia ist, entspricht in der nordischen Mythologie Jord/Jörd (von altisländisch Jörð, die Erde). Andere Namen sind Fjörgyn, Fold, Grund und Hlóðyn. Sie steht für die Welt, vor der Erschaffung der Menschen – eine unbändige Kraft der Natur. Jord ist eine Göttin der Asen. Sie ist die Mutter der Frigg und auch die Mutter des Gottes Thor.
    Jord ist also die Urmutter und auch ihre Kraft steckt in der magischen Rune Uruz.
     
    Der Auerochse
    Der Auerochse war im nordischen Volksglauben ein mächtiges Totemtier. Diese kraftvollen Wesen standen für Stärke. Bereits in Höhlenmalereien wurden sie prachtvoll dargestellt und auch in der Antike genoss dieses stattliche Tier noch ein mächtiges Ansehen. Ihre Hörner wurden oftmals als Jagd- und auch Trinkhörner verwendet. Es heißt, einst wurden die Auerochsen lebend gefangen, indem man Pfähle um sie herum einschlug. Dem lebendigen Tier sollen die Stirnlocken samt der Haut vom Schädel skalpiert worden sein. Daraus wurden etwa Gürtel gefertigt, welche sich positiv auf die Fruchtbarkeit der Frau auswirken sollten. Auch wurde dem Tier das Herz herausgeschnitten. Dabei wurde der kreuzförmige Herzknochen freigelegt. Diesem Knochen wurden magische Kräfte zugesprochen.
     
    Wilde Schaffenskraft
    Uruz birgt die wilde Schaffenskraft in sich. Sie geht immer an den UR-sprung, wie die Quelle unserer Energien. Ihre Bande reichen bis zum Urd-Brunnen, an dem die drei Nornen unser Schicksal mit den silbernen Fäden der Frigg weben. Die alte Norne ist die weise Urd und so ist Uruz auch die Mutter des Wissens, der Weisheit und der Lebensgestaltung. Mit Uruz erschaffst du, wie auch mit Fehu, etwas Neues, stets aus dem Ursprung heraus.
    Uruz fragt dich, ob du bereit bist, Risiken einzugehen. Ist deine Seele stark, dein Geist gefestigt und kannst du dich durchsetzen, wenn es darauf ankommt? Kannst du deine Schaffenskräfte und deine ureigene Energie nutzen?
    Du sollst deinen Weg gehen und dabei auf dein mit allen Zeiten verbundenes Wesen, deinem Ursprung vertrauen. Gehe wohin auch immer du gehen musst und tue dies mit aller Kraft. Lasse dich nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Egal was geschieht, bleibe gelassen und besinne dich auf deine Stärken.
     
     
    Uruz und das magische Wirken
    Tief reichen die Wurzeln der Rune, weit hinein in das in uns lebende Wissen aus Urzeiten. Sie durchbrechen jedes Terrain, stark und machtvoll wie sie sind. Diese ungebändigte Kraft kannst du dir zu Nutzen machen. Lasse dich von Uruz begleiten, wann immer etwas Neues mit Macht aufbrechen soll. Denke immer daran, ihre ungeheure Energie kann auch zerstören, also nutze sie weise.
    Uruz gehört zu jenen Runen, die ich persönlich nicht auf die eigene Haut tätowieren würde – zu unvorhersehbar ihr Wirkungsfeld. Du kannst sie auf Papier oder Ton zeichnen oder auch in Holz brennen. Beides lässt sich vernichten, wenn die Energie gestoppt werden soll.
    Sie unterstützt nicht nur alle Projekte, in denen eine starke Willenskraft von Nöten ist, sie hilft auch bei einer Krankheit wieder in die eigene Stärke zu kommen. Nutze sie, wenn du in einem alten Trauma feststeckst und es auflösen möchtest. Sie hilft die selbst errichtete Mauer zu durchbrechen.
    Webe deinen Zauber nie achtlos. Arbeite stets bewusst und konzentriert. Fertigst du beispielsweise ein Amulett, so bespreche dieses immer wieder mit deiner Intention. Bringe deutlich deinen Wunsch, deinen Willen zum Ausdruck und lenke die ungeheuren Kräfte der Uruz in die richtige Richtung, ehe sie sich selbst überlassen eine Route der Zerstörung wählt.

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    Thurisaz – Der Riese, der Donner
    Im älteren Futhark steht an dritter Stelle Thurisaz. Ihr ist das TH zugeordnet, ein stimmloses D wie im englischen the.
    Der Thurse ist geboren – erwacht aus dem Funken des Feuers und der Kälte des Eises. Thurisaz ist dem Thursen, dem zerstörerischen Riesen zugeordnet. Es wütet das Chaos, es gärt das Unbewusste. In dieser Rune lebt die unbändige Kraft der Riesen.
    Ihre Energie ist absolut zielsicher, sie lässt sich jedoch nicht immer lenken, sondern findet ihren eigenen Weg. So wie sie auch möchte, dass auch du einmal mutig vom Weg abweichst, denn sie weiß: Dein Schicksal ist geschrieben und nichts kann dich jetzt noch davon abhalten, ihm entgegen zu gehen. Sie schenkt Macht, aber bleib bescheiden. Laufe nicht Gefahr, dass sich ihre ungeheuren Kräfte gegen dich selbst richten.
     

    Thurisaz – Die 3. Rune mit der unbändigen Macht der Riesen

    Die Rune Thurisaz ist eng mit der Kraft der Riesen verbunden – stark und mächtig, aber auch zerstörerisch. Sie ist der Thurse, der mächtige Riese. Ihr wird ebenso der Donnergott Thor zugeordnet, der als Bezwinger der Riesen gilt.

    entspricht dem heutigen (engl.) th, Riese, Donner, Dorn

     

    Thurisaz – Die Kraft der Ur-Riesen

    Der Ur-Riese ist so alt und weise wie die Zeit selbst. Der Urvater der Riesen war Ymir. Die ersten Götter töteten diesen äußerst böswilligen Riesen und erschufen aus ihm die Welt.

    Seine Augen wurden Sonne und Mond. Aus seinem Schädel bildete sich das Himmelszelt. Seine Knochen wurden zur Grundlage der Felsen und Gebirge. Sein Blut findet sich im Salz der Ozeane wieder. Aus seinem Leib erschufen sie die Erde und aus seinem Rückgrat die Verbindung zwischen dem Reich der Göttin der Hel und des Himmels. Um alles wachsen zu lassen in der üppigen Natur, nutzten sie seine Haut und seine Haare. Sein wildes Herz schlug von nun an tief in der Erde in einem Meer aus Feuer. Sein Gehirn wurde zu Wolken.

    In Thurisaz lebt die Kraft des Riesen weiter. Sie ist mächtig, vernichtend und doch voller Tatendrang.

    Mit den Riesen verbunden sind die gewaltigen Kräfte der Natur, die zerstören und den Menschen zur Bedrohung werden. Sie bringen die Ordnung der Welt durcheinander, sei es als Flut oder wütender Sturm. Sei vorsichtig, wenn du mit dieser Rune arbeitest, sie kann sich gegen dich wenden.

    So sehr die Kräfte der Riesen auch an Unheil gebunden sind, sie strotzen vor Stärke und Macht. Sie können Leben spenden und Leben nehmen.
     

    Die Bedeutung von Thurisaz

    Diese Rune schenkt dir Macht. Alles was du möchtest, wird gelingen. Die Kräfte der Riesen und des Donners begleiten dich. Du sollst deinem Schicksal ohne zu zögern entgegen gehen. Dein Weg muss nicht gradlinig sein. Er ist eh vorherbestimmt. Wähle deine Pfade und ein jeder wird dich an dein ureigenes Ziel führen. Folge einfach deiner Intuition.

    Sei mutig, aber auch bescheiden. Nutze die Macht nicht aus, sondern verwende sie zum Guten. Prahle nicht mit dem, was dir geschenkt wird, sondern übe dich in Demut.

    Achte deine spirituellen Fähigkeiten, baue sie aus und ehre sie. Verliere dich dabei niemals selbst aus dem Augen.

     

    Thurisaz in der magischen Arbeit

    Vorsicht ist geboten! Die freigesetzten Energien dieser Rune sind nur schwer zu bändigen. Sie können unvermittelt ausbrechen und wie eine Naturgewalt über dich herfallen. Setze Thurisaz stets mit Bedacht ein, wenn du die Macht der Titanen benötigst.

    Aus diesem Grunde wirkt die Rune besonders gut im Wirkungsfeld der Schadenszauber.

    In ihr leben auch die Kräfte einer Dornenhecke, welche die Menschen einst zum Schutz um ihre Häuser zogen und so kannst du mit dieser Rune einen Schutzkreis sehr gut verstärken. Du kannst die Rune zum Schutz einsetzen, aber auch zur Abwehr. Thurisaz bricht Blockaden auf. Stellt sich jedwedem Widerstand entschlossen entgegen. Sie ist eine mächtige Waffe gegen Flüche oder andere dunkle Magie von außen, die dir Schaden zufügen möchte.

    Sie wehrt Flüche aber nicht nur ab, sie kann auch selbst als Fluch eingesetzt werden oder andere Flüche verstärken.

    Der Thurse ist der Tosende, der Lärmende – der, der schreit! Das Beschreien stand einst für das Verfluchen. Thurisaz wird auch in der älteren Edda klar als Bedrohung genannt:
     

    Ein Thurs schneid (ritz) ich dir und drei Stäbe: Ohnmacht, Unmut, Ungeduld.
    So schneid ich es ab wie ich es einschnitt, Wenn es Not tut so zu tun.“

    Diese Androhung eines Fluches sprach Skirnir aus, als er im Namen seines Gottes Freir um die Riesin Gerdr warb. Sein erstes Angebot war ein Locken mit Geschenken, elf goldene Äpfel, doch die Riesin sprach: 
     

    Der Äpfel elf nehm ich nicht an. Um eines Mannes Minne,
    Noch mag ich und Freyr, dieweil wir atmen, Je zusammen sein.“

    Mit weiteren Geschenken warb er und als dies nichts nützte, drohte er ihr mit dem Schwert. Auch dies beeindruckte die Riesin nicht, so dass er üble Drohungen aussprach:
     

    Mit der Zauberrute zwingen werd ich dich, Maid, zu meinem Willen.
    Dahin wirst du kommen, wo Kinder der Menschen Dich nicht mehr sollen sehen.“

    Gerdr blieb standhaft, aber als er mit dem Thurs drohte, gab sie auf. Diesem mächtigen Zauber hatte sie nichts entgegenzusetzen.

    Es ist also keine Rune für Anfänger, so verlockend es auch sein mag, sie gegen Feinde einzusetzen. Auch die Edda droht all jenen Menschen, die die Runen ritzen, ohne zu wissen, was sie tun.
     

    Kein Mann soll Runen ritzen, vermag er sie nicht recht zu brauchen; oft wird von dunklem Stabe
    in die Irre geführt ein Mann. Zehn geheime Runen sah ich
    geritzt auf geglättetem Fischbein; Dies hat der Linde des Lauchs lange Kummer gebracht.
     

    Nutze sie weise, wenn du etwas mit Macht erreichen möchtest, aber handle nicht unbedarft. Die moralischen Aspekte möge jeder Mensch für sich selbst entscheiden – die Warnung steht: Ihre Kräfte können sich wie ein Sturm umkehren und sich plötzlich gegen dich richten.

  • Ansuz – Die Rune Odins
    Dieser Rune ist der lateinische Buchstabe A zugeordnet.
    Ansuz, an vierter Stelle im älteren Futhark, steht für das große Mysterium, sie ist unser Bindeglied zu den Göttern. Sie ist die Rune der Asen, welche die Riesen bezwangen und der Welt die Ordnung schenkten. Insbesondere ist sie dem großen Gott Odin zugeordnet, der mit seinen Brüdern Ymir erschlug und aus dessen Körper die Welt samt dem Weltenbaum Yggdrasil erschuf.
    Ansuz ist der Wandel vom Unbewussten zur Bewusstheit, vom Chaos in die Ordnung. Sie ermuntert dich, auf die Botschaften in deinem Leben zu achten und sie zu deuten. Ansuz fordert dich auf, Fragen zu stellen, denn die Antworten warten bereits auf dich.
     

    Ansuz – Die 4. Rune ist ein Bindeglied zu den Asen

    Die Rune Ansuz ist mit den alten Göttinnen und Göttern der Asen verbunden. Der Weg durch das 24er Futhark ist eine Reise. Ansuz folgt als vierte Rune der Thurisaz. Den Thursen – also den Riesen – folgen die Asen. Mit den Riesen sind die Welten entstanden. Aus ihnen hat sich alles Leben entwickelt. Und doch gleicht ihre Kraft auch dem Chaos, kann sie durchaus zerstörerisch sein.

    Es lebt ein Geschlecht der Riesen – meist Jöte oder eben Thurse genannt. Der Riese, welcher als Thurse betitelt wird, stiftet Unheil. Ein Jöte ist einfach nur der Riese, ganz ohne Wertung. Die Asen stammen von den Riesen ab, so war beispielsweise Thors Mutter eine Riesin. Oder nehmen wir Loki, der Sohn des Jöten Farbauti – welcher selbst mit der Riesin Angrboda das dreifache Unheil zeugte: Die Göttin Hel, die Midgardschlange und den Fenriswolf. Bindeglied zu den Göttern
     

    Die Rune Ansuz

    Ansuz ist also eine Rune der Asen. Als Bindeglied zu den alten Gottheiten ist sie eine wahrhaft mächtige Rune. Einer der Asen sticht hervor, der große Gott Odin und mit diesem ist die Rune Ansuz ganz besonders eng verwoben. Die Götter Odin, Vé und Vili bezwangen den Urriesen Ymir und seine zerstörerischen Kräfte und schufen aus seinem Körper die Welt. Aus seinen Augenbrauen wuchsen Bäume empor und einer von ihnen wuchs so hoch in den Himmel, dass seine Krone nicht mehr zu sehen war und ebensoweit reichten seine Wurzeln in die Tiefe. Sein Name ist Yggdrasil der Weltenbaum – der Mittelpunkt aller Sphären im Kosmos.

    Die Asen lösten sich vom Chaos und schenkten der Welt eine Ordnung. Anders ausgedrückt: Dem einst unbewussten Treiben (der Thursen) folgte das bewusste Handeln (der Asen).

    Die Ansuz folgt der Thurisaz.

    Interessant dabei ist erstens der Aspekt der Trinität, wie wir sie oft in den alten Mythen finden – erinnern wir der drei Nornen – Urd, Verdandi und Skuld – oder dem dreifachen Aspekt der keltischen Göttin – BrigidModron und Cailleach. Und zweitens sei dein Interesse in Bezug auf die Namen der drei Brüder geweckt. Odin (Óðinn) stammt von oðr – und meint damit unter anderem den Geist, das Bewusstsein. Die Endung „inn“ ist ein Artikel, der genau jenen Aspekt deutlich hervorhebt, so ist es nicht nur einfach der Geist oder das Bewusstsein – sondern DER Geist und DAS Bewusstsein. Der Bruder Vili ist der Wille und Vé ist der heilige Raum.

    Mit dem (bewussten) Willen wurde durch den (bewussten) Geist der heilige Raum geschaffen (geöffnet). Das Chaos war bezwungen.

    Hinter dieser Geschichte liegt das tiefe Verständnis über die Rune Ansuz. Ihre Energie durchdringt den Geist, sie schafft Bewusstsein und Ordnung. Sie löst das Chaos auf und schenkt dem Raum eine Struktur.

    Ansuz wirkt auch auf der Ebene der Kommunikation. Möchtest du eine neue Sprache lernen, dann trage die Ansuz bei dir und es wird dir leichter fallen, einen Zugang zu finden.

     

    Verbunden mit den alten Göttern

    Ansuz trägt eine starke spirituelle Kraft in sich, welche uns dazu ermuntert, mit den Göttern der alten Zeit in Verbindung zu treten. Bei der Suche unseres Weges tauchen viele Fragen auf. Wir hadern mit uns und der Welt, wir verlieren uns mitunter oder wissen auch einfach nicht mehr weiter. Das ist menschlich.

    Lauschen wir dem Wind, folgen wir den Sternen, leben wir mit dem Mond und begrüßen wir am Morgen die Sonne. Hören wir das Gras wachsen, lassen wir unsere Wurzeln ins Erdreich wandern wie Yggdrasil selbst. Gehen wir in Meditation mit dem Atem des Lebens. Die Natur spricht zu uns und auch die Göttinnen und Götter hören uns zu – spüren wir in den Raum und finden wir diese göttliche Kraft auch in uns.

    Du kannst mit Odin oder Frigg, mit Baldr oder Tyr oder wen immer du wählst in ein Zwiegespräch treten. Übergib deine Worte dem Wind, er wird sie zu ihnen tragen.

     

    Die magische Arbeit mit der Rune

    Ansuz schafft Ordnung in uns, klärt Unaufgeräumtes auf und lässt den Nebel unserer Gedanken gehen. Unser Verstand wird scharf und unser Geist frei. In gewisser Hinsicht ist Ansuz der Atem unseres Lebens, denn sie wirkt auf so vielen Ebenen und bringt uns mit anderen Ebenen in Kontakt. Sie stärkt unsere persönlichen Kräfte. Arbeitest du spirituell, so wird sie dir mit ihren urgöttlichen Energien helfen, deine Fähigkeiten zu stärken.

    Die Rune ermuntert dich, auf sämtliche Botschaften zu achten, die dir in deinem Leben begegnen. Gehe achtsam durch das Leben und versuche zu deuten, was dir geschickt wird. Arbeitest du schamanisch, so kannst du jederzeit zu deinen Spirits reisen und sie um Rat fragen.

    Ansuz möchte, dass du dich weiterbildest. Stelle Fragen, sei neugierig auf die Welt und ihre Mysterien. Die Antworten wirst du bekommen. Bist du nicht der große Redner, so wird die Rune dir helfen, die richtigen Worte zu finden – ohne mit diesen ein anderes Wesen zu verletzen.

    Gehe den Weg, welchen Ansuz dir zeigt und Weisheit, Respekt sowie Wissen sind dir gewiss. Raum und Zeit werden unbedeutend, diese Rune überwindet die Grenzen – das Chaos im Kopf. Mit ihr kannst du dein Wyrrd, deine von Frigg gesponnenen silbernen Lebensfäden und dein von den Nornen gewebtes Schicksal, beeinflussen. Nutze die Ordnung, welche Ansuz in deinem Geist schafft, nutze deinen klaren Verstand und erschaffe dir dein eigenes Bewusstsein.

    Du kannst die Rune auch einsetzen, wenn du gewisse magische Fähigkeiten stärken möchtest, vor allem im Bereich der „Kommunikation“ im spirituellen Sinne – also im Bereich des Hellsehens beispielsweise.

    Nutze ein Amulett der Ansuz, wenn in dir selbst das Chaos wütet und du aus tiefen Schatten einen Weg der Befreiung suchst.

  • Raidho – Der Ritt, die Reise, das Rad
    Raidho (Raiðo) ist das R zugeordnet. Diese Rune ist an fünfter Stelle im älteren Futhark zu finden.
    Sie wird im Zusammenhang mit Thors Streitwagen erwähnt sowie dem Todespfeil, den Odin in das Heer schießt. Beides Formen des Reisens. Raidho bezieht sich jedoch auf alle Arten des Reisens, in diese wie auch in andere Welten. Die Rune dient auf diesen Reisen auch als Schutzrune.
    Du kannst Raidho auch als das Rad des Lebens betrachten – den immer währenden Zyklus, den wir durchlaufen, die stetige Reise. Alles im Leben wandelt sich: Deine Beziehungen zu Anderen, dein Selbst. Aus einem Kind wurde die Jugend geschaffen und das Alter folgt. Gib dich dem Lauf der Dinge hin.
    Raidho spricht dir auch Mut zu. Läuft es gerade nicht rund, so flüstert sie: Halte durch, es wird wieder schön.

    Raidho – Die 5. Rune ist der Weg vor dem Ankommen

    Die Rune Raidho (auch Raido) begleitet dich auf deinen Wegen. Sie ist dabei weder der Beginn der Odyssee noch deren Ende, sondern der Pfad dazwischen. Die Rune Ansuz hat die (göttliche Asen-) Ordnung in der Welt wieder hergestellt. Nun ist es an uns, in ihr zu wandeln – uns auf die Reise zu begeben und Erfahrungen zu sammeln.

    entspricht dem heutigen R

    der Ritt, die Fahrt, die Reise, das Rad

     

    Die Rune Raidho

    Der erste irdische Weg, den wir beschreiten, beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod – dazwischen leben wir, begehen Fehler, erfahren Glück und Leid und wachsen wir an unseren Erfahrungen. All dieses DAZWISCHEN ist Raidho. Sie ist nicht der Beginn oder das Ende einer Reise, sondern der Pfad auf dem wir wandeln.

    Alle Wege, die wir gehen, bereichern unser Wissen. Wir sammeln Erfahrungen und wachsen mit jedem Schritt. Das können wirkliche Wege sein, die wir wahrhaftig gehen – aber auch die innere Reise, die wir antreten.

    In Odins Runenlied aus den Götterliedern der Älteren Edda heißt es:

    Einen fünften kenn ich, wenn ich einen aus Feindschaft

    geschossenen Pfeil ins Heer fliegen seh:

    Fliegt er noch so schnell, ich hemm ihn

    wenn ich ihn mit den Augen anseh.¹

    Hier fliegt der Pfeil mit einem klaren Ziel, welches es zu erreichen gilt. Und doch spricht Odin „ich hemm ihn – wenn ich ihn mit den Augen anseh.“. Er kann also während des Weges (des Pfeiles) Einfluss nehmen und ihn lenken (hemmen) – Ziele können sich im Laufe des Weges ändern.

    Rad byth on recyde rinca gehwylcum

    Sefte ond swithwæt ðemðe sitteh on ufan

    meare mægenheardum ofer milpathas

    So ein Vers des Altenglischen Runengedichtes, das Jan Fried in seinem Werk Helrunar wie folgt übersetzte:

    Rad scheint leicht für jeden Krieger, Wenn er zu Hause ist.

    Und ist ehr mutig für jenen, Der auf den großen Straßen reist,

    Auf dem Rücken eines starken Pferdes.

    Zu Hause ist es sicher, wir kennen das Terrain. Eine Reise birgt immer das Ungewisse in sich, birgt Gefahren und Wendungen mit denen wir nicht gerechnet haben. Wir können Pfade betreten, die ermüdend sind – egal ob wir eine innere Reise antreten oder uns wirklich zu einem anderen Ort fern der Heimat aufmachen.

    Die Reisen aber sind es, die unser Leben bereichern. Wir lernen die (Innen-) Welt kennen, erleben Abenteuer und sammeln wertvolle Erfahrungen. Der Mut des Reisenden wird belohnt, wie beschwerlich der Weg auch sein mag. Die Reise ist ein in sich geschlossener Zyklus, wie ein Kreis oder ein Rad. Es gibt an jedem Punkt einen Anfang und an jedem Punkt ein Ende – ein ewig währender Kreislauf.
     

    Das Rad des Lebens

    Raidho steht auch für dieses Rad und kann in ihrer Bedeutung als das Rad des Lebens angesehen werden. Wir alle folgen dem Rhythmus des Seins, dem Rad unseres Schicksals. Wir werden geboren, leben und sterben. Aus dem Samen erwächst das Leben, wird zum Kinde, zur Jugend, zum Alter und zum Tod. Diesen Lauf kann nichts aufhalten.

    Die Natur selbst verläuft in immer wiederkehrenden Mustern. Auf den Frühling folgt der Sommer, der Herbst und der Winter. Leben kommt, Leben vergeht. In der keltischen und auch „germanischen“ Mythologie folgen wir dem Jahreskreis.

    Imbolc – Beltane – Lughnasadh – Samhain

    Wintersonnenwende – Frühjahrs-Tagundnachtgleiche – Sommersonnenwende – Herbst-Tagundnachtgleiche

    Raidho steht für den Rhythmus, welcher unser Leben vorgibt. Was du heute bist, wirst du schon morgen nicht mehr sein. Alles ist im Fluss und dreht sich unaufhörlich weiter, wie das Rad des Lebens. Sie fordert uns auf, diesem Lauf zu folgen, die Natur zu achten und mit dem Jahreskreis zu leben. Alles im Leben wandelt sich und doch verfolgt das Leben selbst sein Muster.

     

    Finde deine Richtung

    Es gibt im nordischen Sprachgebrauch den Ausdruck þunorrad, welcher Thors Ausfahrt mit seinem Streitwagen über die Wolken beschreibt. Die Rune steht für diese Ausfahrt und somit auch wieder für das Reisen. Das Reisen umfasst die Fortbewegung in unserer Welt, aber auch das Übertreten in andere Welten. In diesem Sinne fungiert Raidho auch als Schutzrune des Reisens auf allen Ebenen, auch der unseres Bewusstseins.

    Thors Ausfahrt verursacht ein dumpfes Grollen bis hin zum Donnerschlag, so wie sein geschleuderter Hammer Mjölnir Blitze erzeugen kann.

    Du sollst also mit Raidho auch deine Richtung finden. Sie leitet dich auf deinen Wegen und läuft es einmal nicht so rund wie eben ein Rad, so spricht sie dir Mut zu und gibt dir zu verstehen, dass alles gut gehen wird.

     

    Die Rune in der magischen Arbeit

    Wie schon erwähnt, kannst du die Rune nutzen, wenn du deine kommende Reise unter ihren Schutz stellen möchtest. Ritze die Rune auf einen Haselzweig und du wirst dein Ziel sicher erreichen, die Hasel hilft dir, Unheil abzuwehren.

    Gehst du auch schamanisch auf Reisen, so wird Raidho dir auch dort gute Dienste leisten. Sie kann dir den Zugang zum Reich deiner Spirits erleichtern und dich tiefer in die Trance führen.

    Nimm die Rune zur Hand, wann immer du in deinem Leben eine Transformation durchläufst. Erbitte ihren Beistand und ihren Schutz. Steckst du fest, so hilft Raidho, blockierte Türen zu öffnen.

    Trage sie bei dir, wenn du dich stärker mit dem Lauf des Lebens verbinden möchtest. Sie wird dir helfen, mit dem Rhythmus der Natur in Einklang zu kommen.

    Die Rune Fehu kann dein Kundalini wecken, Raidho hilft dir, ihre Kraft emporsteigen zu lassen.

  • Kenaz – Das Feuer

    Dieser Rune ist der lateinische Buchstabe K zugeordnet.

    Mit Kenaz vervollständigen wir den Begriff Futhark, sie steht an sechster Stelle. Eine wundervolle Rune, welche klare Gedanken und Wärme schenkt.

    Sie ist das Feuer der Herdstelle, welches wärmt und uns eine heiße Suppe schenkt. Sie ist der Schein der Fackel, welche den Weg erhellt, aber auch den Geist. Themen deines Lebens werden damit genauer beleuchtet. Du wirst Einsichten gewinnen. Es gilt diese Einsichten zum Wohle deiner Mitmenschen zu nutzen, sie weiterzugeben und zu teilen.

    Kenaz – In der 6. Rune lebt das Feuer (und der Schatten)
     

    Die Rune Kenaz ist das Licht, das den Raum erhellt. Der knisternde Schein des Herdes, an dem sich die Menschen einst versammelten, um Geschichten zu erzählen. Im Licht des Feuers lauschten die Menschen den Sagas über die Göttinnen und Götter, raunten sie leise und dort waren sie gefesselt von den Abenteuern außerhalb ihres eigenen Heimes.

    Das Feuer bereitet die dampfende Suppe zu, welche die Menschen nährt. Sie kann aber auch das Leben vernichten, wenn der Schornstein nicht richtig zieht und der Tod schleichend durch die Betten kriecht. All dies ist Kenaz, aber ist es auch das Feuer der Schöpfung? Kenaz = das Feuer, die Fackel, das Geschwür

     

    Kenaz – Ein Feuer der Schöpfung?

    In der Literatur sind sie sich einig: Kenaz ist eng mit dem Feuer verbunden. Uneinigkeit indes herrscht darüber, von welchem Feuer die Rede ist.

    So schreibt Jan Fries¹, dass diese Rune durchaus viel mit dem Feuer zu tun hat, aber es weder auf das Urfeuer, noch auf die solare Flamme zurückzuführen ist. Er verbindet das Urfeuer mit der ersten Rune des älteren Futharks, mit der Rune Fehu – diese Meinung teile ich ganz gewiss. Die solare Flamme, und auch da bin ich voll und ganz bei ihm, ordnet er der Rune Sowilo zu. Fries meint, das Feuer der Rune hingegen ist eng an den Menschen und deren Alltag gebunden. Es lässt sich zum Beispiel in einer Fackel finden, welche den Weg erhellt. Somit ist Kenaz eher praktischer Natur, eine Rune des alltäglichen Lebens, wenn man so will.

    Andere Literaten gehen mit der Ansicht Fries mit, aber weiten die Bedeutung der Rune weiter aus.

    So Gunivortus Goos², welcher Kenaz zusätzlich mit dem Feuer der Schöpfung gleichsetzt. Allerdings ordnet selbiger auch Fehu das göttliche Feuer zu, so dass es somit durch zwei Runen verkörpert ist.

    Wieder andere, wie Spiesberger³, erwähnen weder das eine noch das andere Feuer und ordnen sie als Sexualrune ein.

    Bei den Runen ist es immer ratsam, einen eigenen Zugang zu finden. Verbinde dich mit der Rune. Trage sie bei dir, arbeite mit ihr und beobachte, welche inneren Kräfte sie anspricht. Beobachte dich selbst und versuche, den Einfluss der Rune auf dein Leben zu erkennen. Es wird gewiss eine spannende Reise.

    Die Rune Kenaz

    Wie du siehst, ist Kenaz keine leicht zu deutende Rune. Fakt ist, Kenaz ist mit dem Feuer verbunden, sei es als leuchtende Fackel, als Feuer der Schöpfung oder auch als sexuelle Kraft. Die Energie der Rune ist eindeutig dem Element Feuer zuzuordnen.

    Kenaz wird häufig auch mit einem Geschwür gleichgesetzt. Im übertragenen Sinne kann hier das Unheil gemeint sein, welches sich über jemanden ergießt, wenn das Feuer der Lüge geschürt wird. Dann wird aus einem einstigen Funken eine Zündung, welche sowohl Schaden anrichten kann, aber auch Gutes bewirkt.

    Kenaz vermag, unsere Kreativität zu beflügeln, sie kann uns erleuchten. Vielleicht spürst du die Kraft der Kenaz als dein inneres Feuer, den Motor, der dich antreibt.

    In der Magie fördert Kenaz unsere okkulten Kräfte. Du kannst die Rune für Zauber der Sexualmagie nutzen. In der Arbeit mit der Magie bedarf es vor allem an Selbsterkenntnissen. Hier bist du bei Kenaz gut aufgehoben. Sie beleuchtet schonungslos die Themen deines Lebens. Sie zeigt dir nicht nur die Sonnen-, sondern auch die Schattenseiten. Kenaz wird dich mit Erkenntnissen durchfluten, wenn du bereit bist, ihr zu folgen. Nutze die erworbenen Fähigkeiten gut. Teile sie mit Interessierten, sonst kann dir auch wieder genommen werden, was Kenaz dir gab.

    Kenaz ist der Funke, der das Dunkel erhält und somit auch eng mit dem Geist der Erkenntnis durchtränkt. Ein Licht, das uns aufgeht. Sie birgt auch den Schatten in sich, denn der Schein kann immer nur einen Teil der Welt beleuchten, der andere Teil bleibt im Verborgenen – wie hell auch immer sie leuchten mag, irgendwann ist die Grenze des Lichtes erreicht und wir treten unmittelbar in das Reich des Schattens ein.

    Zünden wir in diesem Schatten die Fackel, so muss er weichen. Gnadenlos, ohne wenn und aber. Das Dunkle, das Geheimnis, der Trug, die Lüge – all dies wird ins Licht gerückt. So ist Kenaz auch die Wahrheit, die gefunden wird und zugleich das, was im Schatten verborgen bleibt.

    Ich erwähnte zu Beginn, dass Kenaz nicht nur Leben spendet, indem sie uns wärmt und nährt – sie kann ebenso vernichten und so heißt es im altnordischen Runengedicht auch:

    Kaun er barna bolvan bol gorver nân folvan

    Kaun ist für Kinder tödlich, Der Tod macht die Leiche blass.

    Nicht selten ist auch heute noch das Feuer jenes Element, das unseren Körper zu Asche zerfallen lässt, wenn wir das Irdische verlassen haben, wenngleich wir nicht mehr wie einst auf einem Hügel oder Schiff in Flammen aufgehen. Aber auch dieses Feuer trägt die Kraft der Rune in sich. Nehmen wir Kenaz – wie Spiesberger – als Feuer der Sexualmagie, so schließt sich hiermit auch der Kreis des Lebens.

     

    Die magische Arbeit mit der Rune

    Du kannst die Rune sehr einfach mit der Hand formen indem du von deiner ausgesteckten Hand den Daumen nach vorne oder auch zur Seite abspreizt. Auf diese Art kannst du dich körperlich mit der Rune verbinden.

    Probiere gerne für dich aus, ob Kenaz dir hilft, sexualmagische Rituale zu verstärken – dieses Feuer lodern zu lassen.

    Gibt es dunkle Flecken in deinem Leben, die auf Erkenntnis oder Erleuchtung warten, so trage die Kenaz bei dir. Sie lässt die Wahrheit emporsteigen, aber bedenke, dass sie alle Anteile der Wahrheit auf den Tisch legt – auch jene, welche du vielleicht nicht sehen möchtest.

    Kenaz kann dich schützend (wärmend) begleiten, wenn du in unangenehme Situationen gehen musst. Trage sie in diesem Fall als Amulett oder zeichne sie zwischen Nabel und Geschlecht.

    Mit der Energie der Rune kannst du deine eigenen (magischen aber auch sonstigen) Erkenntnisse vertiefen, aber auch erst einmal erlangen. So kannst du sie ganz praktisch bei jeder Form des Lernens bei dir tragen.

    Nutze sie auch, wenn du Schwierigkeiten hast, mit der Anderswelt in Kontakt (in Kommunikation) zu treten oder auch, wenn du auf einer gewünschten schamanischen Reise im Dunkeln tappst und den Weg nicht findest. Sie erhellt nicht nur den Weg, sondern setzt auch deinen Geist in ein Feuer (der kommunikativen Erregung).

    Ein ganz praktischer Tipp zum Schluss: Hast du regelrecht Brei im Kopf oder scheint er dir schier zu platzen, weil irgendwie alles so verworren, so durcheinander oder auch einfach nur zu viel ist, so nutze Kenaz, um wieder klar zu werden und jeglichen Kopfschmerz zu vertreiben. Ich lege zu diesem Zwecke die Hände rechts und links des Kopfes an und führe die Fingerspitzen hinter dem Kopf zusammen. Leise oder auch gedanklich raune ich die Rune, bis der Geist sich erholt und wieder von Licht durchflutet ist.

     

  • Gebo – Die Gabe
    Gebo ist der lateinische Buchstabe G zugeordnet. Zwei Linien kreuzen sich. Sie treffen in der Mitte aufeinander, so wie Gebo die Mitte von Allem ist – der Mittelpunkt des Wyrd und das Wyrd selbst.
    Bekommst du etwas geschenkt, so findet ein Ausgleich statt. Es wird gegeben, es wird genommen. Diese Rune erinnert dich daran, stets das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen zu halten. Diese Rune hält ein Geschenk für dich bereit, erwartet aber dafür eine Gegenleistung.
    Es geht hier auch um den Wert von Gastlichkeit, es geht um Harmonie und um die Einhaltung von Vereinbarungen.
    Gebo erinnert uns in dieser schnelllebigen Zeit daran, dass es nicht darum geht, einem anderen Menschen nur dann einen Gefallen zu tun, wenn etwas für uns dabei heraus springt.

     Gebo – Die 7. Rune ist das Geben, das Geschenk in allem

    Die Rune Gebo ist der Mittelpunkt des Wyrd, aber auch das Wyrd als gesamte Einheit. Alles im Leben gleicht sich aus, was geschenkt wird, wird auch genommen. Was wir der Welt schenken, schenkt die Welt auch uns (oder anderen). Es ist das Prinzip von Yin und Yang, das alles im Gleichgewicht hält. Alles kommt in Balance – immer wieder. Wir ernten, was wir säen. Sie ist mehr als Schwarz und Weiß, in ihr sind alle Zwischentöne vereint. Was gegeben wird, wird genommen – was genommen wird, wird wieder gegeben.

    Gebo = das Geben, die Gabe, das Geschenk

    dem Buchstaben G zugeordnet

     

    Die Rune Gebo – Das Geschenk

    Allein im Symbol der Rune ist das Prinzip ihrer Wirkung erkennbar. Alles ist ausgeglichen. Die Rune mahnt uns, der Welt etwas zu schenken. Der Beschenkte wird diesen Gedanken weitertragen und wiederum einem anderen Wesen etwas von sich geben. Der Kreis schließt sich am Ende und auch wir erhalten unser Geschenk, unsere Gabe.

    Diese Rune möchte, dass zwischen dem Geben und dem Nehmen Gleichgewicht besteht. Gebo bedeutet „geben“. Es stammt vom althochdeutsch „geban“ ab. (gotisch = „giban“, altenglisch = „giefan“) Entwickelt hat sich die Bezeichnung aus dem indoeuropäischen Wörtern „ghab“ und „gheb“. Beide Wörter sind Bezeichnungen für „geben“, aber auch „nehmen“. (ghab = geben, nehmen, tragen, greifen – gheb = nehmen, geben).

    Das Wort Geschenk hat die gleiche Wortherkunft. Es geht also nicht wirklich um die Geschenke, welche unter dem Julbaum liegen oder den Geburtstagstisch zieren. Das Geschenk der Rune Gebo ist eine Art Opfer. Wir schenken der Welt einen Teil von uns und erhalten dafür etwas von ihr zurück. Im Leben wird gegeben und genommen.

     

    Alles ist in Balance

    Übertragen wir das Symbol in ganz einfacher Form auf die Welt, so zeigt es in alle vier Himmelsrichtungen. Gebo hat einen verbindenden Charakter. Das bezieht sich auf alle Ebenen. Sie verknüpft die Beziehungen zwischen uns Menschen. Die Rune steht jedoch ebenso für das Gleichgewicht zwischen allen Dingen und ist somit eine Verkörperung des hermetischen Grundgesetzes: Wie oben, so unten. Das Eine findet sich im Anderen und umgekehrt. So ist Gebo das Leben und der Tod, das Geschenk und das Opfer. Zwei Linien kreuzen sich. Sie treffen in der Mitte aufeinander, so wie Gebo die Mitte von Allem ist. Gegensätze heben sich auf, alles wird gleich. Jegliche Existenz schmilzt auf einen gemeinsamen Nenner. Die Rune ist der Pulsschlag des Lebens, der Blutfluss des Universums, der Atem der Götter.

     

    Gebo in der magischen Arbeit

    Bist du bereit für die Kräfte von Gebo? Sie kann deine magischen Fähigkeiten verstärken, sie kann sie dir aber auch nehmen. Es kommt darauf an, was du bereit bist, zu geben. Die Rune kann in der magischen Arbeit überall dort eingesetzt werden, wo ein Ausgleich geschaffen werden soll. Möchtest du zwei Streitende vereinen, so wird die Rune dich unterstützen.

    Mit ihr kannst du jegliche Kräfte konzentrieren, sie ihrem Mittelpunkt zuführen. Du kannst mit ihr Energien anziehen und auch wegstoßen. Gebo kann dich mit nichtmenschlichen Wesen verbinden, Räume öffnen.

    Vor allem aber leistet Gebo großartiges, wenn es darum geht, alle Mächte zu bündeln. In der magischen Arbeit sind oftmals mehrere Praktiken nötig, um ein Ziel zu erreichen. Sei es nur, dass du verschiedene Runen einsetzen möchtest. Es können aber gleichsam unterschiedliche Praktiken miteinander verbunden werden. Du kannst eine Sigille mit den Elementen des Voodoos verknüpfen und das Ganze mit Runenmagie verstärken. Welche Methoden du auch immer anwendest, sobald mehrere im Spiel sind, kannst du Gebo nutzen, um alle miteinander an einem Strang ziehen zu lassen. So kannst du starke und vor allem miteinander harmonierende Kräfte wecken.

    Gebo kann als Amulett getragen werden, aber sei auf der Hut: Gebo schenkt dir nichts, ohne dass du deinen Preis dafür zahlen musst.

  • Wunjo – Das Glück, die Freude und der Wunsch

    Dieser Rune ist der lateinische Buchstabe W zugeordnet.

    Steigt tiefe Freude aus deinem Herzen empor, so spürst du die Kraft der Wunjo. Sie ist eine Rune der Freude, eine Friedensrune. Alle Kräfte einer Quelle vereinen sich zu einem Ganzen. Liebe und Freundschaft findet Stärkung.

    Sei im Frieden mit dir selbst. Suche den Ausgleich und die Harmonie. Lebe die Lösungen statt immer nur sinnlos zu grübeln. Wunjo erinnert uns daran, dass wir letztendlich auch „nur“ Herdentiere sind und einander in Liebe brauchen.

    Wunjo – Die 8. Rune ist die tiefe Freude des Herzens

    Wunjo ist eine Friedensrune. Sie ist die Erfüllung der Wünsche, auf der Suche nach Harmonie und Frieden, dem Finden der Freude und des Glücks. Sie ist die tief empfundene Freude, die direkt aus dem Grund des Herzens aufsteigt. Eine Rune der Perfektion, der Befriedigung im Inneren. Wir spüren ihre Kraft, wenn wir im Einklang sind – mit uns und der Welt um uns herum. Wunjo = die Freude, das Glück, die Erfüllung der Wünsche

    Wunjo, eine Rune des tiefen Friedens

    In der Rune Wunjo vereinen sich alle Kräfte zu einem Ganzen. Sie ist eine Friedensrune. Freundschaft und Liebe werden mit der Kraft von Wunjo gestärkt. Ihre Energie ist harmonisch, Frieden stiftend. Sie ist die achte Rune des älteren 24er Futharks und die letzte Rune des ersten Aetts.

    Ihre harmonischen Kräfte beschränken sich nicht nur auf den häuslichen Frieden, denn Wunjo unterscheidet nicht zwischen Herkunft, familiärer, ja nicht einmal nationaler Bindung. Sie übertritt Ländergrenzen und vereint verschiedene Sippen miteinander. Vor allem in der heutigen Zeit, in der viele Nationen gemeinsam in einem Land leben, ist eine Rune wie Wunjo wichtig.

    Setze Wunjo überall dort ein, wo es an einem friedlichen Miteinander mangelt. Das kann am Arbeitsplatz sein, in einem Sportverein, Jugendklub, einer Theatergruppe – die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Es ist, als würde Wunjo alle zerrütteten Energien aufnehmen, miteinander zu einem kuschlig weichen Mantel verweben und diesen dann, wie heilenden Balsam, über jeglichen Unfrieden legen. Ruhe kehrt ein, die angespannten Gemüter entspannen sich und die Menschen fühlen sich angenehm geborgen.

     

    In der Welt der Runen gibt es nichts geschenkt

    Nur glaube nicht, dass es genügt, die Rune um den Hals zu tragen oder an betreffenden Orten anzubringen. Das wird so nicht funktionieren. Es ist wichtig, dass du im Frieden mit dir selbst bist, ehe Wunjo dir hilft, andere Menschen zu vereinen. Um mit sich selbst im Reinen zu sein, sollte stets an sich gearbeitet werden. Wie in der Liebe, fällt einem auch in der Selbstliebe nichts einfach so in den Schoß.

    Nimm dir Zeit für dich, achte auf deine Bedürfnisse und Wünsche. Verzeihe dir alle angeblichen Unzulänglichkeiten und gehe liebevoll mit dir selbst um. Sei achtsam im Umgang mit dir, aber auch mit anderen Wesen. Einst einende Bande sind schnell zerbrochen, wenn wir nicht behutsam in der Wahl unserer Worte, Gesten und Taten sind. Akzeptiere das Leben wie es ist, liebe und achte dich und alle um dich herum, so wird Wunjo dir treu zur Seite stehen.

     

    In Wonne baden

    Wunjo wurde einst an geselligen Orten in den Boden geschlagen. Alle Menschen sollten sich miteinander einfach wohlfühlen, gemeinsam feiern und einfach sein – in tiefer Verbundenheit. Sie ist tief empfundene Wonne. Du spürst ihre Kraft, wenn dir dein Herz weit aufgeht und du dich einfach nur im Leben angekommen, geborgen und wunschlos glücklich fühlst. In ihr lebt die Kraft des offenen Herzens, die tiefe, pure Freude am Sein.

    Ihre Energie möchte berühren, lieben – miteinander sein. Sie zelebriert unser kosmisches, göttliches Wesen – unsere Essenzen aus Sternenstaub. In ihr lebt wahres Tantra. Eine tief empfundene Ekstase und Glückseligkeit – auch körperlich, vor allem aber auf der Ebene der Seele und des Herzens.

     

    Die magische Arbeit mit Wunjo

    Um in der Hexenkunst mit Wunjo zu arbeiten, solltest du die Rune bei dir tragen oder noch besser auf deinen Körper zeichnen. Mache dich mit ihren Energien vertraut. Schaue, welche Auswirkungen sie auf dich und dein alltägliches Leben hat.

    Versuche jedoch niemals, mit Wunjo etwas zu forcieren, sei geduldig und achtsam. Mit aller Macht etwas erreichen wollen, ist hier ganz gewiss das falsche Mittel. Läuft es wirklich ganz verquer, dann erreichst du am Ende genau das Gegenteil von dem, was du wolltest. Wendet sich die Rune gegen dich, dann hast du die größten Scherereien am Hals. Glaube mir, das möchtest du nicht.

    Wunjo hat eine schützende Kraft und kann daher jederzeit auch als Talisman getragen werden. Vor allem, wenn du in Situationen gehen musst, von denen du weißt, dass sie heikel werden können, trage die Rune. Sie unterstützt dein Bemühen, die Wogen zu glätten oder erst gar keine negativen Schwingungen aufkommen zu lassen.


     
     

Hagalaz Aett – Die Runen des Gottvaters Odin

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Das zweite Oktett wird Hagalaz Aett, auch Aett der Zauberer, genannt und ist dem Gott Odin gewidmet.
Es besteht aus:
Hagalaz – Naudhiz – Isa – Jera – Eihwaz – Perthro – Algiz – Sowilo
Diese Runen zeigen uns unsere dunklen Seiten. Sie kennen unseren Hass, wissen von unserem Zorn und spiegeln uns unseren Egoismus. Sie zeigen uns aber auch unsere Abhängigkeiten von Mutter Natur. Wir sind ihr ausgeliefert. Wir sind dem Sturm, der Dürre, dem Hagel, dem Hochwasser, dem Frost, dem Regen, der Hitze, dem Schnee und so weiter untergeordnet. Auch geht es um die Abhängigkeiten des Menschen durch Geburt und Tod.
Wir Menschen aber sind Kämpfer, wir sind Krieger, wenn es um unser nacktes Überleben geht. Die Mutter Natur kann uns mit Katastrophen demütig werden lassen, aber das Leben selbst schenkt uns auch immer wieder die Hoffnung und die Zuversicht alles überstehen zu können.

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    Hagalaz – Der Hagel
    Ihr ist der Buchstabe H zugeordnet.
    Was zerstört ist wird neu aufgebaut, was des Todes ist, wird neu geboren.
    Wie ein Hagelschauer kommt Hagalaz auf dich hernieder. Sie ist die Rune der Transformation. Dinge enden und beginnen neu.
    Etwas findet sein Ende oder erneuert sich aus sich selbst heraus. Du wirst das kaum beeinflussen können. Dir wird jedoch der Mut gegeben, diesen Weg zu gehen.
     

    Hagalaz – Die 9. Rune trägt die Macht des Sturmes

    Die Rune Hagalaz ist der Sturm, der alles mit sich reißt. Was zerstört ist, wird neu aufgebaut, was des Todes ist, wird neu geboren.

    Hagalaz = Hagel/Schneesturm, auch Samen/Ei

    Die Rune Hagalaz

    Die erste Rune des zweiten Aetts trägt die Wut der Zerstörung in sich, aber auch die Gnade des Neubeginns. Wie ein eisiger Schneesturm braust sie heran und nimmt alles mit sich fort, was nicht am rechten Platz ist. Sie ist eine Naturgewalt. Ihre Elemente sind Luft und Wasser. Das Wasser lässt sie zu Eis gefrieren, welches sie dann als ihre wirksamste Waffe nutzt. Hagalaz zerstört aber nicht nur, was gehen muss. Sie kann auch über alles, was wachsen soll, eine schützende Schicht aus Schnee legen. Unter dieser weißen, reinen Decke des Neubeginns dürfen die neuen Samen keimen.

    Die Rune ist das Ende und sie ist gleichsam der Anfang. Jegliches, was gehen soll, reißt sie hinfort. Alles, was kommen darf, behütet sie. Sie ist Yin und Yang, eine Verkörperung der Dualität. Diese kraftvolle Rune ist nicht zimperlich in ihrem Wirken. Sie schafft einen Zwischenraum, in dem die sanfte Melodie des Lebens neu erklingen kann. Sie baut Neues auf und zerstört das Alte. Sie ist der Tod und die Wiedergeburt. Im Tarot würde sie wohl am ehesten dem Turm entsprechen, denn auch er reißt nieder, was keine Substanz mehr hat. Nach dem Turm folgt der Stern, der am Nachthimmel neu erstrahlt.

    Altenglisches Runengedicht

    Hægl byþ hwitust corna; hwyrft hit of heofones lyfte,
    wealcaþ hit windes scura; weorþeþ hit to wætere syððan.

     

    Hagel ist das weißeste Korn; es fällt aus des Himmels Luft
    wird vom Wind verweht; und wird zu Wasser sodann.

     

    Die Rune des Winters

    Hagalaz macht den Anfang in dem zweiten Aett des älteren Futharks. Es wird auch das Hagalaz Aett genannt, was deutlich die Macht der Rune aufzeigt, denn sowohl das erste als auch das dritte Aett sind nach Göttern benannt. Oftmals wird Hagalaz dem Gott Odin zugeordnet, aber auch der Göttin Hel.

    Hagalaz ist eine Winterrune. Einst, als die Menschen noch ganz selbstverständlich an die alten Götter glaubten, waren die Winter lang und hart. Im Winter ruhte alles. Es war, als wäre nicht nur die Natur unter einer dicken weißen Decke begraben. Keine Krieger durchstreiften das Land. Die Menschen ruhten aus, die Arbeit war getan. Sie mussten geduldig sein, ausharren. Der Frühling lag in weiter Ferne. Hagalaz legt auch um uns seine Decke aus Schnee, behütet die Samen, welche in uns schlummern. Sie ist dabei nicht lieblich, nicht sanft. Hagalaz fordert ihren Tribut. Sie zerstört alles, was nicht gefestigt ist. Sie zerrt an uns, klagt an und verschlingt.

    Wie ein Wintersturm kommt Hagalaz auf dich zu. Sie ist die Rune der Transformation. Überflüssiges findet sein Ende oder erneuert sich aus sich selbst heraus. Du kannst kaum Einfluss nehmen, aber auch der Mut sei dir gegeben, diesen Weg zu gehen.

     

    Hagalaz und die Magie

    Mit der Kraft der Rune kannst du ein Amulett herstellen, welches über einen sehr starken Schutzzauber verfügt. Es wird dir helfen, alle Dinge im Gleichgewicht zu halten. Mit Hagalaz bist du gut gegen Angriffe von Außen gewappnet. Wie ein eiskalter Krieger kann sie dich verteidigen und negative Energien vernichten. Ihre starke Schutzkraft kannst du auch in deinem Zuhause verwenden. Bringst du sie an Türen und Fenster an, so ist dein Heim gut versiegelt.

    Du kannst sie auch für jegliche magische Arbeit nutzen, die eine Entwicklung auf jeglicher Ebene voranbringen soll. Sie hilft dir dabei, das Ziel zu erreichen, indem sie die Hindernisse aus dem Weg räumt. Alles, was sich nicht mehr vorantreiben lässt, kann durch Hagalaz gelöst werden. Scheinbar ausweglose Lebensphasen enden und es geht wieder voran.

    Nutze die Rune weise und bedenke, dass sie den für dich besten Weg wählen wird. Und sei Dir gewiss: Das ist nicht immer der Weg, den du dir wünschst.

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    Naudhiz – Die Schicksalsrune

    Der Schicksalsrune ist der Buchstabe N zugeordnet. Sie symbolisiert die Kraft der drei Nornen, der Töchter Valas:

    ***

    Urd – das Vergangene

    Werdandi – das Gegenwärtige

    Skuld – das Zukünftige

    ***

    Sie sind es, die unser Schicksal weben und unseren Lebensfaden spinnen. Naudhiz sagt: Alles ist genau so wie es sein soll. Akzeptiere deine Vergangenheit, lebe deine Gegenwart und fürchte nicht deine Zukunft. Naudhiz schenkt dir auch Widerstandskraft. Du wirst immer eine Lösung finden, wenn du dem Leben vertraust.
     

    Naudhiz – Die 10. Rune ist eine Rune des Schicksals

    Naudhiz ist die Schicksalsrune. Sie ist eng mit den drei Nornen verknüpft, welche das Wyrd, das Schicksal der Menschen weben.

    Urd – Verdandi – Skuld das Vergangene (Gewordene) – das Gegenwärtige (Werdende) – das Kommende (die Schuld)

    Die Schuld (Skuld) ergibt sich aus dem, was unwiderruflich hinter dir liegt (Urd) und dem, was jetzt dein Handeln prägt (Verdandi).

    Alle Schicksalsfäden sind gesponnen, aber du kannst das, was kommt, durch das, was du jetzt entscheidest mitbestimmen. Sind die Fäden, welche unseren Lebensteppich bilden auch längst gewählt: Du bestimmst jederzeit, welches Muster entsteht, welchen Teppich die Nornen weben.

     

    Naudhiz = Schicksal, Bestimmung

    Ihr wird der Buchstabe N zugeordnet

     

    Die Rune Naudhiz

    In der Mythologie des Nordens sind es die drei Nornen am Urdbrunnen, die Töchter Valas, welche die Fäden des Schicksals weben. In der Welt der Runen ist es die Naudhiz, die untrennbar mit diesem Schicksal verbunden ist.

    In den esoterischen Strömungen der heutigen Zeit glauben viele Menschen daran, dass unser Schicksal vorherbestimmt ist und wir kaum Einfluss nehmen. Die Menschen des alten Pfades wussten jedoch sehr wohl, dass die Taten des Einzelnen das Schicksal bestimmen. Die silbernen Fäden der Frigg liegen in den Händen der Nornen Skuld, Verdandi und Urd. Letztere ist die Norne all dessen, was bereits geschah. Verdandi bestimmt unsere Gegenwart und Skuld ist die Völva der Zukunft. Gemeinsam verweben sie die Lebensfäden. Vergiss nicht, was einmal gewebt, wird nie wieder getrennt.

    Schaut Naudhiz nicht aus, als würde etwas verknüpft, etwas verknotet werden? Sie weiß, dass alles genau so geschehen ist, wie es für unseren Weg passend war. Die Rune des Schicksals ermutigt uns, die selbst gewählte Vergangenheit zu akzeptieren. Naudhiz fordert uns auf, bewusst die Gegenwart zu leben und die Zukunft nicht zu fürchten.

    Die Rune stärkt das Vertrauen in deine eigene Widerstandskraft. Vertraue auf Naudhiz und du wirst immer eine Lösung finden, wenn das Leben dir Steine in den Weg räumt.

     

    Die Geburt, das Leben und der Tod

    In allen Phasen unseres Lebens können wir die Kraft der Schicksalsrune nutzen. All unsere Handlungen sind untrennbar miteinander verbunden. Wie pulsierende Kraftlinien durchziehen sie das Wyrd jedes einzelnen Menschen. Es beginnt mit der Befruchtung der Samenzelle und endet – zumindest für den irdischen Körper – mit dem letzten Atemzug. Das Netz der Nornen liegt unwiderruflich über all unseren einzelnen Lebensmomenten. Wie uns die webenden Hände in allen Augenblicken begleiten, so begleitet uns zu jeder Zeit die Kraft der Naudhiz.

    Wir können unseren Weg ganz gezielt beeinflussen, indem wir das Richtige oder eben das Falsche tun. Unser Leben liegt in unserer Hand, dem Tode aber sind wir ausgeliefert. Naudhiz hilft dir durch düstere Zeiten der Trauer. Sie gibt dir die Kraft, zu verstehen, zu akzeptieren und loszulassen. Begleitet dich die Schicksalsrune Naudhiz, so lernst du Schritt für Schritt das eigene Leben zu verstehen.

     

    Das Wirken der Schicksalsrune in der Magie

    Naudhiz webt in erster Linie. Beim Weben entstehen klare Muster und Linien, lose Fäden werden in einem einheitlichen System angeordnet. Die Rune Naudhiz kann also genutzt werden, wann immer du etwas zu ordnen hast. Ist etwas in deinem Leben gehörig aus den Fugen geraten, so greife zu Naudhiz, um es wieder gerade zu biegen. Sie kann Streitigkeiten beenden oder zerrüttete Beziehungen neu zusammenfügen. Sie kann diese Beziehungen aber auch den finalen Todesstoß versetzen, wenn dies nötig sein sollte.

    Die Schicksalsrune stärkt deine magischen Fähigkeiten, indem du dich ihrem Wesen näherst, sie verstehst und ihre Art zu wirken, erkennst. Lerne, die Rune in dein Leben zu integrieren. Es steckt viel Macht in ihr. Du kannst mit Naudhiz Angriffe anderer Magier abwehren, welche mit böser Absicht dein Wyrd ändern möchten.

    In der Liebe kann die Rune dir helfen, den richtigen Partner oder auch die richtige Partnerin zu finden. Zeichne sie zu diesem Zwecke am besten auf die Haut über deinem Herzen.

    Naudhiz eignet sich auch hervorragend als Amulett. Trägst du die Rune, so hilft dir ihre Kraft, ausgeglichen durch das Leben zu gehen. Du wirst spüren, dass du nicht mehr so leicht aus der Ruhe zu bringen bist. Es legt sich eine gewisse stoische Gelassenheit über alle Dinge.


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    Isa – Das Eis, der Stillstand

    Isa steht für den Buchstaben I.

    Sie ist eine Rune der Stille, der Besinnung, der Klarheit, der Selbstbeherrschung und Selbsterhaltung.

    Es ist der richtige Moment, um alles ruhen zu lassen. Die Zeit ist noch nicht gekommen. Jetzt ist es Zeit, die Situation einfach nur zu betrachten. Isa ist das Ur-Eis und konvex geschliffen kann sie als Vergrößerungsglas unser Leben betrachten und uns unsere gegenwärtige Situation verdeutlichen.

    Vielleicht möchte Isa dir auch einfach nur sagen: Mach doch erstmal das hier zu Ende, ehe du dich wieder in etwas Neues stürzt. Genau das hier ist jetzt wichtig. Du wirst wissen was gemeint ist.
     

    Isa, die 11. Rune des ewigen Eises und des Stillstands

    Die Rune Isa ist das ewige Eis. Sie ist der Stillstand der Zeit, der Moment, der für alle Ewigkeit eingefroren scheint.

    Rune Isa = Eis, Stillstand

    Die Rune Isa

    Sie ist die elfte Rune des älteren Futharks und die dritte Rune des zweiten Aetts. Nach dem älteren Futhark folgten weitere Versionen an Runen-Reihen. Isa ist die einzige Rune, welche in allen Abwandlungen stets gleich geblieben ist. Ein einfacher, senkrechter Strich. Sie ist das Eis und der Stillstand und so ist auch die Rune selbst in ihrem ursprünglichen Dasein eingefroren. Im Eis eingeschlossen zu sein, klingt nach Starre. Es formt sich ein Bild von einem Ort der Isolation, der Abgeschiedenheit. Das mag erschrecken, aber die Rune wäre absolut unterschätzt, wenn wir sie auf diese Kraft beschränken würden. Isa bewirkt auch, dass erhalten bleibt, was einst war.

    Das Leben in der nordischen Mythologie entspringt zwei Elementen. Es ist aus Feuer (Fehu) und Eis (Uruz/Isa) erschaffen. Ymir, der Ur-Riese und gleichsam das erste Wesen aller Welten, ging aus dieser Verbindung hervor. Aus ihm entstand Midgard, die Welt der Menschen, welche einen festen Platz in den Ebenen des Weltenbaumes Yggdrasils erhielt. Du siehst, die Rolle der Rune ist weitaus bedeutender, als es auf den ersten Blick scheint. Sie ist in die Entstehungsgeschichte involviert und somit auch in der Lage, nicht nur alles „auf Eis zu legen“, sondern zu erschaffen.

     

    Ein einziger Strich

    Es handelt sich um eine sehr einfache Rune. Weniger wäre nur noch ein Punkt. Aufrecht steht sie in ihrer Schlichtheit im Raum. Betrachte sie ruhig einmal länger. Sie ist nur ein Strich. Nimmst du ihr Wesen in dir auf, so erkennst du vielleicht, dass mehr als ein Strich nicht von Nöten ist.

    Isa – das Eis, welches das Wasser gefrieren lässt. Sie ist der gefrorene, spitze und im Winterlicht funkelnde Zapfen, der von Dächern hängt. Die Decke aus Eis über einem See schützt das Leben, welches unter der starren, kalten Schicht nicht einfach so stehen bleibt. Die Eisschicht kann aber auch den Tod bringen, wenn sie die Last nicht tragen kann und bricht. Der Zapfen, wunderschön anzuschauen, kann zur gefährlichen Waffe werden, wenn er fällt.

    Isa, der Strich der Oben und Unten, Himmel und Erde miteinander verbindet. In kalter Starre verknüpft sie extreme Gegensätze.

    Die Eisrune hält Dinge beieinander, sie sorgt für eine klare Linie.

     

    Die Magie und Isa

    Feuer und Eis erschufen die Welt. Das Feuer lodert wild, es verschlingt und giert stets nach Nahrung. Das Eis kühlt ab, es friert das Leben ein, es bremst aus. Mache dir diese Eigenschaft der Rune in deiner magischen Arbeit zunutze.

    Isa hilft unserer Konzentration. Mit ihrer Geradlinigkeit fällt es uns leichter, klare Gedanken zu fassen.

    Sie kann Ungewolltes einfrieren, sprichwörtlich erst einmal „auf Eis legen“. Trage sie, wenn dein Kopf vor lauter Gedanken schier zu platzen scheint. Lege sie auch an, wenn du mehr Selbstachtung brauchst, du zu viel gibst und dir ein gesunder Egoismus gut tun würde.

    Arbeitest du in verschiedenen Ebenen, so wie es zum Beispiel Schamanen tun, so ist Isa wunderbar geeignet, verschiedene Wirklichkeiten zu erreichen. Mit ihr kannst du alle Räume öffnen.

    Habe in der magischen Arbeit mit Isa immer im Hinterkopf, dass sie einfrierend wirkt. So kannst du mit ihr auch unerwünschte Situationen fürs Erste beenden, negative Energien stoppen und alles Unerwünschte zum Stillstand bringen.

    Hat dich ein Fluch getroffen, so trage Isa als Amulett bei dir, bis du eine Lösung zur Auflösung gefunden hast.


  • Jera – Das Jahresrad

    Der Rune Jera ist der Buchstabe J zugeordnet. Mitunter auch das G und das A.

    Ging es bei Naudhiz um den Kreislauf deines eigenen Lebens, so geht es hier ganz allgemein um den Kreislauf des Jahres.

    Frühling – Sommer – Herbst – Winter

    Gib dich dem Laufe des Jahres hin. Erkenne in allen Zeiten das Gute und das weniger Angenehme. Werte die Zeiten nicht, sie alle sind wichtig. Persönlich sagt Jera dir, dass du einen Wendepunkt in deinem Leben erreicht hast, aber noch nicht am Ziel bist. Es ist jetzt Zeit, in Demut mit dem Rad des Jahres zu leben. Säe aus, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Lasse die Dinge wachsen, wenn sie wachsen müssen. Ernte, wenn sie in voller Reife stehen. Lasse alles ruhen, wenn es Zeit wird sich zu besinnen.

    Sammle Wissen und Weisheit und du wirst für neue Herausforderungen gewappnet sein.
     

    Jera – Die 12. Rune der stets fließenden Zyklen

    Jera birgt die Kraft der Harmonie und des Ausgleichs in sich. Diese Kraft entfaltet sich wie eine Raupe zum Schmetterling, ist aber wesentlich langlebiger. Auf sie trifft das Sprichwort zu: Was lange währt, wird endlich gut. Es ist, als füge sie in aller Seelenruhe alles an den richtigen Ort. Ich sehe ihre Kraft manchmal als einen Fluss, der ins Stocken geraten ist, weil viele Äste das Wasser stauen. Geduldig wird nun ein Ast nach dem anderen entfernt und es kommt der Moment, wo alles wieder genau so fließt, wie es soll. Sie ist ebenso eine Rune der Landwirtschaft, der Aussaat, des Wachstums, der Ernte. Sie dreht sich um die Zyklen des Lebens, das Rad des Jahres.

    Jera = Jahr, Ernte, Zyklen

    Die Rune Jera

    So wie es bei der Rune Naudhiz um den Kreislauf unseres eigenen Lebens geht, dreht sich bei Jera alles um die Zyklen in der Natur. Sie steht symbolisch für das Jahresrad. In ihr sind die Jahreskreisfeste fest eingebunden und die Jahreszeiten verankert.

    Sie macht das erste Dutzend des älteren Futharks komplett. Sie zeigt, was es zu sähen und hernach zu ernten gilt. Kreise schließen sich. Tage werden zu Wochen und Wochen bilden das Jahr. Während Raidho den Rhythmus des Lebens eher von Tag zu Nacht und Nacht zu Tag betrachtet, hat Jera den gesamten Jahreskreis fest im Blick.

    In der alten Zeit war das Jahr nicht in vier Jahreszeiten, sondern lediglich in zwei untergliedert. Es gab die Zeit des Sommers, welcher eine Zeit des Winters folgte. Es gab die Zeit der Aussaat und des Gedeihens sowie eine Zeit der Ernte und des Stillstandes. Sie symbolisiert beide Seiten einer Medaille.

     

    Finde einen Bezug zu Jera

    Jera ist eine der wenigen Runen, mit denen jederzeit nahezu bedenkenlos gearbeitet werden kann. Zeichne sie auf deine Haut oder trage sie in anderer Form bei dir. Nutze die Rune, um achtsam durch das Jahr zu gehen. Versuche, jeder Zeit eine Chance zu geben. Häufig werden bestimmte Jahreszeiten kategorisch abgelehnt. Dem Einen ist es zu heiß, dem Anderen zu kalt. Aber jede Zeit hat ihren ganz besonderen Zauber und diese Rune wird dir helfen, diesen Zauber zu spüren. Gib dich dem Lauf der Dinge hin. Versuche, die Zeitenergien nicht zu bewerten. Sie alle haben ihre Qualitäten.

    Ziehst du Jera als Tagesrune, so ist ein Wendepunkt in deinem Leben erreicht. Sei jedoch geduldig, der Wandel beginnt zwar, aber das Ziel ist noch lange nicht erreicht. Beuge dich in Demut dem Lauf der Zeit. Säe, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ernte, wenn die Saat aufgegangen und in vollendeter Fülle steht.

     

    Die Rune in der magischen Arbeit

    Jera ist eine wundervolle Rune für die Magie. Mit ihr kannst du Wissen sammeln und an Weisheit gewinnen. Herausforderungen sind für dich keine unüberwindbaren Hürden, sondern eine willkommene Abwechslung im Trott des Alltages. Nutze die Rune vor allem, wenn du deine Kenntnisse über die Natur vertiefen möchtest. Sie zeigt dir tief verborgene Geheimnisse und führt dich auf so manche Reise durch die Zyklen des Lebens.

    Jera kann für Fruchtbarkeitsrituale eingesetzt werden. Möchtest du in deinem Leben etwas Neues beginnen, das später Früchte tragen soll, so nimm die Rune zu Hilfe. Du kannst sie zum Beispiel symbolisch auf Projektunterlagen zeichnen. Als Amulett getragen, bist du mit Jera im Einklang mit der Natur.

    Jera hilft dir auch, etwas in Balance zu bringen, ähnlich der Rune Dagaz. Während Dagaz aber das Gleichgewicht zwischen zwei Extremen auf eine abrupte Art und Weise ausbalanciert, so wie zwischen Tag und Nacht – geht Jera mit Bedacht an die Sache. Ihre Kraft ist weich und fließend. Sie wirkt eher sanft auf das Geschehen ein und wendet es langsam zum Guten. Oftmals lohnt sich dieser Weg, denn am Ende hat er mehr Bestand und ist von einer soliden Substanz, die lange anhält. Besonders gut gelingt dies, wenn ein energetisch gestörter Ort wieder in eine natürliche Harmonie kommen soll.

    Nutze die Jera, wenn du Energien in einen Ausgleich bringen möchtest, beispielsweise am Ende einer Runenreise.

  • Eihwaz – Der Stamm Yggdrasils

    Eihwaz steht für das AE oder Y (auch EI).

    Der Stamm des Weltenbaumes verbindet die Unterwelt mit der Welt der Menschen und der Oberwelt.

    Die Oberwelt, die Krone Yggdrasils, erblüht in voller Schönheit, obwohl in der Unterwelt allerlei Getier an ihren Wurzeln nagt, um sie zu Fall zu bringen. Aber durch die Kraft der Nornen erneuert sich Yggdrasil stets.

    Eihwaz schickt uns auch auf Reisen, in die Trance und schenkt uns die Kraft des Visualisierens. Sie macht keinen Unterschied zwischen den Reisen zu Hel in die Unterwelt oder zu Odin in die Oberwelt. Wir Menschen sind von beiden Gegensätzen umgeben und beide wollen gelebt werden.

    Eihwaz sagt: Gehe deinen Weg

     

    Eihwaz – Die 13. Rune des Weltenbaumes Yggdrasil

    Eihwaz ist die Rune des Lebensbaumes, des Yggdrasils. Sie ist die Rune der Eibe. Ihr Wesen schenkt uns die Gabe des Reisens und der Visionen. Ist es möglich, dass Eihwaz den Schlüssel für die Geheimnisse rund um Leben und Tod in sich trägt?

    Rune Eihwaz = Eibe, Lebensbaum

    Eihwaz steht für das AE, auch Y, auch EI

     

    Die Rune Eihwaz

    Es herrscht keine Einigung darüber, welcher Art der Weltenbaum ist. Ist es eine Eibe oder doch eher eine Esche? Es spricht viel für die eine, aber auch viel für die andere Variante. Die Eiben-Anhänger argumentieren häufig, dass der Weltenbaum ja immergrün sei, was bei der Esche definitiv nicht der Fall ist. Ich finde dieses Argument etwas dünn, denn der Weltenbaum Yggdrasil ist der erste Baum überhaupt und gleichsam auch der magischste. Es dürfte ja selbst als Esche ein Kinderspiel für ihn sein, immerfort grüne Blätter zu tragen. Oder nicht?

    In meinen schamanischen Reisen bin ich schon oft im Reich einer gigantischen Esche gelandet. Ich denke unterm Strich ist es nicht so wichtig, welcher Baum nun genau der Weltenbaum ist. Viel entscheidender ist, was er repräsentiert. Die Seele des Baumes ist unantastbar, egal ob als Eibe oder Esche.

    Die Rune Eihwaz indes steht für Yggdrasil, den Baum allen Lebens und ihr Symbol steht für die Eibe, begründet auch in diesem Altenglischen Runengedicht.

    Altenglisches Runengedicht

    Eoh byth utan
    unsmethe treow
    heard hrusan fæst
    hyrde fyres
    wyrtrumun underwrethyd
    Wyn on ethle
     

    Eoh ist ein Baum mit rauher Rinde,
    Hart und fest in der Erde,
    Gestützt von seinen Wurzeln,
    Ein Wächter der Flamme
    Und eine Freude auf einem Hof.
     

    Ich liebe die Energie und die Kraft der Eibe. Meine eigenen Runen sind aus dem Holz einer Eibe geschnitzt, weil es mir so von den Spirits zugetragen wurde und das Holz mich rief. Eiben werden uralt und sie lassen sich sehr, sehr viel Zeit, um zu wachsen und somit, um sich voll zu entfalten. Die sehr alten Eiben bilden oft einen hohlen Stamm und es ist berauschend, in einem solchen zu stehen. Das geht zum Beispiel im Paternzeller Eibenwald, einer der wenigen zusammenhängenden Bestände. Viele Eiben gingen einst verloren, da aus ihrem festen Holz robuste Bögen gebaut wurden.
     

    Zurück zur Rune Eihwaz

    Sie symbolisiert also den Weltenbaum. Ihre senkrechte Linie steht für den Stamm, mit einem Häkchen am oberen Ende und einem auf der anderen Seite liegenden Häkchen am unteren Ende. Ihr Stamm verbindet die Unterwelt mit der Oberwelt, das Reich der Götter. In diesem einfachen Symbol kommen auch bereits die Gegensätze der Welten zum Tragen. In vollkommener Schönheit erstrahlt die mächtige Krone Yggdrasils. In der Unterwelt tummelt sich stattdessen allerlei Getier – allen voran der schlangenartige Drache Nidhöggr, welcher an Yggdrasils Wurzeln nagt. Diese Unterweltbewohner sind bestrebt, den Weltenbaum zu stürzen. Durch die Kraft der drei Nornen aber, welche die Wurzeln des Baumes stets und unermüdlich heilen, ist Yggdrasil geschützt.

    So steht Eihwaz gleichsam für die Gegensätze zwischen der Ober- und der Unterwelt, dem Leuchten und dem Verderben, welche sie jedoch geschickt zu verknüpfen weiß.

    Mit der Kraft der Rune kannst du in andere Welten eintauchen. Sie ist ein Tor, das aus Midgard, das Reich der Menschen, hinausführt.

    Ihr zugeordnet ist der Gott Odin, welcher unter ihrem Holz die Runen fand.

     

    Eihwaz und die Kraft der Trance

    Die Rune ist für die fortgeschrittene Arbeit im Reiche der Magie gedacht. Sie ist außerordentlich kraftvoll. Eihwaz verkörpert die Mysterien von Leben und Tod. Mit ihr kannst du auf schamanische Reisen gehen und andere Dimensionen und Welten besuchen. Für Eihwaz spielt es keine Rolle, ob es zu Odin in die Oberwelt oder zur Göttin Hel in die Unterwelt geht. Sie ist der Schlüssel zu allen Ebenen. Am Körper getragen kann sie zudem die Kraft des Visualisierens stärken.

    In der Sterbebegleitung ist es möglich, Eihwaz zu nutzen, um den Todgeweihten die Ängste zu nehmen. Sie wird helfen, die Person sicher hinüber zu geleiten.

     

    Die magische Arbeit mit Eihwaz

    Mit der Rune Jera können wir uns aus einem Tief herausführen. Mit ihr ist ein Wendepunkt im Leben erreicht, an dem du säen darfst, was später geerntet wird. Fügst du der Jera-Energie die Kraft der Eihwaz hinzu, so erhält dein Weg eine intensive Unterstützung. Es ist, als wird Öl in Feuer gegossen. Aber Achtung! Eihwaz neigt dazu, erst alles aus dem Weg zu räumen, was in der Vergangenheit Probleme verursacht hat. Und noch einen Rat möchte ich dir an dieser Stelle mit auf den Weg geben: Nutze Eihwaz niemals für halbherzige Projekte. Du musst absolut hinter dem stehen was du tust, sonst kann dir dein ganzes Vorhaben ganz gewaltig um die Ohren fliegen.

    Mit Eihwaz kannst du die Hellsichtigkeit fördern und stärken. Bist du bereit für Visionen, so trage die Rune direkt am Körper, idealerweise aufgemalt. Ich nutze sie gerne am Sitz des dritten Auges, leicht erhöht zwischen den Augenbrauen.

    Eihwaz zur Selbstverteidigung

    Die Rune ist stark, mit ihr hast du eine beeindruckende Waffe zur Hand, mit welcher du dich nach Außen hin verteidigen kannst. Eihwaz hat die Macht, alles zu neutralisieren, das jenseits unserer Peripherie auf uns einströmt, um Schaden anzurichten. Mit ihr kannst du erkennen, ob es jemand gut mit dir meint oder dich arglistig hinter das Licht führen will. Niemandem gelingt es, dich zu betrügen oder um den Finger zu wickeln, wenn du ein Amulett der Rune trägst.

  • Perthro – Der Kessel

    Diese Rune steht für das P.

    Perthro ist eine Rune des Glücks und des Gebärens. Diese Rune konnte noch nicht wirklich erklärt werden. Den Laut P gibt es in der germanischen Sprache eigentlich nicht, so wird vermutet, dass die Rune aus einer anderen Sprache importiert wurde. Einig ist man sich indes, dass Perthro eine Art Gefäß, ein Kessel ist, der etwas schützt, in sich birgt und auf irgendeine Weise hervorbringt.

    Sie ist vergleichbar mit dem Karma, dem Schicksal, unserem vorherbestimmten Weg. Perthro ist der Anfang eines solchen Weges. Etwas Neues wird entstehen.
     

    Perthro, die 14. Rune birgt tiefe Geheimnisse

    Perthro ist wohl die rätselhafteste Rune des älteren Futharks, deren Entschlüsselung bis heute noch nicht gelungen ist. Auch die Verse aus dem Altenglischen Runengedicht bringen nur wenig Licht ins Dunkel. So bleibt diese Rune ein Stück weit ein Geheimnis, so wie sie selbst den Kessel aller Geheimnisse bildet.

    Perthro ist dem Buchstaben p zugeordnet

    Perthro / Peord = Geheimnisse

    möglich auch – p(h)orta = Tor , Tür

    P(h)orzih = Halle, Gang

     

    Wissenswertes rund um Perthro

    Dieser Rune wird der Laut P zugeordnet, welchen es in der germanischen Sprache aber eigentlich nicht gab. So wird vermutet, dass die Rune aus einem anderen Land importiert und in das eigene Futhark integriert wurde. Es ist nicht viel über die Rune bekannt und auch in der Literatur sind die Kapitel über sie zumeist recht kurz. Weitestgehende Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass Perthro ein Symbol für einen Kessel (auch Pferch) ist. Dies ist gleichwohl an der Rune selbst wunderschön zu erkennen. Nur für was steht dieser offene Kessel?

    Dieser ihr zugeordnete Pferch sichert Geheimnisse. Verborgenes ist in der Tiefe wohl behütet, solange es eines Schutzes bedarf. Früher oder später aber wird das Geheimnis, auf die ein oder andere Weise, in die Welt zurück gebracht. So steht Perthro auch für die Geburt oder auch die Wiedergeburt.

    Alle Runen können, ähnlich den Asanas im Yoga, durch eine bestimmte Körperstellung dargestellt werden. Die Form des Kessels dieser Rune wird durch die Embryonalstellung symbolisiert. Etwas Neues entsteht, es entsteigt der heiligen Quelle, dem Schoße. Die Rune lässt sich durch ihre Schöpferkraft der Quelle der Weisheit zuordnen und somit ist sie mit deren Hüter Mimir verbunden. Durchaus schlüssig erscheint mir jedoch ebenso die Zuordnung zur Göttin Frigg, welche unter anderem eine Göttin der Fruchtbarkeit ist.

     

    Das Altenglische Runengedicht

    Peorð byþ symble

    plega and hlehter

    wlancum [in middum]

    ðar wigan sittaþ

    on beorsele

    bliþe ætsomne.

     

    Peord ist eine Quelle des Vergnügens

    Und der Entstehung für die Großen,

    Wenn die Krieger in der Festhalle

    Vergnügt beisammen sitzen.
     

    Perthro & das Wyrd

    Das Wyrd ist das Schicksal des Menschen. Der Klang des Wortes legt der Rune einen ganz eigenen Mantel um. Sie ist durchaus mit dem Schicksals verbunden, insbesondere aber mit dem Anfang eines jeden Lebensweges, wenn die drei Nornen beginnen, die silbernen Schicksalsfäden der Göttin Frigg zum Wyrd eines jeden einzelnen Wesens zu verweben.

    Stell dir eine einzige Quelle allen Lebens vor und du landest unweigerlich bei Perthro. In ihr sind alle Weisheiten verborgen. Sie kennt alle Geheimnisse, welche je geflüstert wurden. Sie ist die Quelle des Gebärens von Freuden, Qualen, Leiden, Glück, Liebe und so weiter und so weiter.

    Die magische Arbeit mit Perthro

     

    Du ahnst es ganz gewiss schon: Perthro ist die Rune schlechthin, wenn du mit deiner ureigenen Schöpferkraft etwas gebären möchtest! Trage sie als Amulett bei dir, wenn du auf der Suche nach Weisheit und erleuchtenden Gedanken bist.

    Male sie dir auf deine Haut, wenn du einen Pfad in deinem Leben das erste Mal gehen möchtest.

    Du kannst mit Perthro andere Runen in ihrem Wirken unterstützen. Ihre Kraft kann die Entfaltung jeder anderen Rune auf den Weg bringen. Bedenke jedoch, niemand weiß, was die Quelle hervorbringen wird. Im Kessel kann so manch unangenehme Überraschung auf dich warten.

    Ich habe Perthro auch schon im umgekehrten Sinne angewendet. Etwas, das mein Leben verlassen sollte, habe ich in die Quelle verbannt und anschließend mit der Rune Isa versiegelt. Ich rate dir jedoch, dies nur zu versuchen, wenn du wirklich gefestigt und mit der magischen Runenarbeit vertraut bist.

    Nützlich ist sie ebenso, wenn du etwas verloren hast und es nicht wiederfinden kannst. Male Perthro auf und schreibe über die Öffnung des Kessels den vermissten Gegenstand. Es funktioniert wunderbar, probiere es einmal aus.


     

  • Algiz – Der Elch

    Algiz steht für den Buchstaben Z. Befindet sich diese Rune am Ende eines Wortes so steht sie für das R.

    Trage diese Rune und du bist gegen alle Angriffe und Gefahren des Lebens geschützt.

    Algiz hilft dir einen sicheren Weg zu wählen. Es kann zu Auseinandersetzungen kommen und du wirst kämpfen müssen. Algiz sagt: Gehe deine Projekte an, aber nicht mit Leichtsinn. Sei auf der Hut und sei bereit, dich zu verteidigen, wenn es nötig ist. Algiz steht für das Leben.

    Oft wird fälschlicherweise behauptet, dass die Algiz Rune auf den Kopf gedreht eine Todesrune ist. Es heißt, das Peacezeichen sei so eine umgedrehte Algiz Rune.
     

    Algiz, die 15. Rune und ihr mächtiger Schutz

    Algiz ist eine sehr machtvolle Rune. Sie erzählt von der Kraft des Elches. Trägst du diese Rune als Amulett, so bist du stets vor allen Gefahren und Angriffen gefeit. Zugeordneter Buchstabe ist das Z, am Ende eines Wortes auch R

    Algiz = der Elch Schutz, Verteidigung, Bogen

     

    Die Schutzrune Algiz

    Kaum eine Rune ist so machtvoll wie die Algiz, wenn es um deinen persönlichen Schutz geht. Klarer wird dies, wenn wir uns anschauen, was die Rune bedeutet. Sie ist eine Bezeichnung für das Schilf (altenglisch=eohl), von welchem im Altenglischen Runengedicht die Rede ist.

    Altenglisches Runengedicht

    Eohl (ᛉ) – secg eard hæfþ

    oftust on fenne

    wexeð on wature

    wundað grimme

    blode breneð

    beorna gewylcne

    ðe him ænigne

    onfeng gedeð.

    Eohl – Schilf wird meist

    in einer Marsch gefunden,

    es wächst im Wasser

    und macht uns schreckliche Wunden

    jeder Krieger

    der es berührt

    wird mit Blut bedeckt
     

    Die Bedeutung des Schilfs
    Das Schilf findet sich im Sumpf. Der Boden des Sumpfes ist nicht sicher. Er bietet keinen festen Halt und bei unbedachten Schritten droht man zu versinken.

    Der schilfreiche Sumpf war in uralten Zeiten auch ein beliebtes Rückzugsgebiet, wenn Gefahren drohten. Pfade wurden gefunden, die gut verborgen durch das modrige Land führten. Im Falle eines Angriffes konnten die Menschen über vom Sumpfwasser verdeckte Pfähle fliehen. Er bot in kriegerischen Zeiten einen perfekten Schutz.

    Feinde und Menschenopfer wurden einst im Sumpf versenkt. Aber auch Schmuck und Waffen wurden im modrigen Wasser gefunden. Der Sumpf ist gewiss ein magischer Ort, aber er ist auch ein wenig unheimlich, findest du nicht?

    In den Wäldern des Nordens sind die Elche zuhause. „Alg“ ist das altnordische Wort für Elch, „eohl“ der altenglische Begriff. Der Elch vermag, sicheren Fußes durch sumpfiges Gebiet zu reisen. Ob dort die Verbindung zum heute gebräuchlichen Wort Algiz zu finden ist?
     

    Die Algiz und der Schwan

    Im Althochdeutschen wird der Schwan als „albiz“ bezeichnet. Der Ursprung der Schwäne liegt in der Unterwelt des Weltenbaumes Yggdrasil. An der Urdquelle, der Heimat der drei Nornen, schwimmen zwei Schwäne im Wasser. Sie sind der Ursprung aller Schwäne. So ist Algiz auch selbst mit der Quelle an einer der drei mächtigen Wurzeln von Yggdrasil verbunden. Ihr Wasser, so heißt es, sei so heilig, dass alles, was es berührt, augenblicklich weiß wird wie die Schwäne.
     

    Eine Walküre oder auch eine Fylgia, eine Art Schutz- und Seelenwesen, kann die Gestalt wandeln und wird in den alten Geschichten mitunter als Schwan beschrieben. Die Forschung ist sich nicht sicher, ob hinter der Frau auf dem berühmten Runenkästchen von Auzon eine Fylgia steckt, aber es ziert sie auf beiden Seiten eine Algiz.

    Als Abdruck in den Sand gesetzt, gleicht die Algiz nicht nur der Kontur eines Schwanenfußes, sondern auch denen der Krähen. So schlägt Algiz eine Brücke, gleich der Bifröst-Brücke, von der Unterwelt zur Welt der Götter. Odin selbst ist es, der von zwei Krähen begleitet wird. Hugin und Munin, die ihm stets aus der Welt der Menschen und gewiss auch anderen Gegenden Yggdrasils Bericht erstatten.
     

    Algiz, auch eine Rune des Todes?
    Nicht selten ist zu lesen, dass die Rune Algiz den Tod verkörpert, wenn sie auf den Kopf gedreht wird. Gewiss vereint die Rune auch den Aspekt des Todes in sich, aber dass dafür die Rune vertikal gespiegelt wird, ist reine Spekulation.

    Vielmehr ist eine umgedrehte Algiz als sogenanntes Peace-Zeichen weltweit bekannt. Sie hat aber nichts mit der Rune selbst zu tun. Der britische Künstler Gerald Holtom entwarf sie im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung im Jahre 1958. Sie wurde bei dem weltweit ersten Ostermarsch von London zum Kernwaffenforschungszentrum in Aldermaston als Symbol genutzt. Der Künstler selbst erklärte, dass das Zeichen eine Kombination aus dem Winkelalphabet ist. Es ist eine Zusammensetzung des Buchstaben N für „nuclear = Nuklear) sowie dem Buchtaben D für „disarment = Abrüstung“.

     

    Algiz in der magischen Arbeit

    Wie bereits erwähnt, ist Algiz eine ausgezeichnete Wahl, wenn es darum geht, uns zu schützen. Sie setzt verteidigende Kräfte frei. Du kannst sie in dieser Funktion auf jeder Ebene anwenden. An Häusern angebracht, hält sie Feinde fern. Auf den Körper gemalt schützt sie vor Krankheiten. Trägst du sie als Amulett, so bist du vor negativen Energien abgeschirmt.

    Möchtest du zur Urdquelle reisen, um die Nornen nach deinem Schicksal zu befragen, so lasse dich von Algiz begleiten. Ist deine spirituelle Seelenbegleiterin eine Fylgia, so kannst du auch hier mit den Kräften der Algiz arbeiten. Du kannst mit dieser Rune deine Schutzgeister anrufen und um Beistand bitten.

  • Sowilo – Die Sonne & Lebenskraft

    Diese Rune ist teils per Gesetz verboten, da sie von den Nazis als Symbol missbraucht wurde. Sie steht für den Buchstaben S.

    Sowilo steht für die Kraft der Sonne, die Kraft des Feuers, aus welcher die Welt geboren wurde.

    Sie steht für das höhere Streben der Menschen, den Erfolg, den Gewinn. Sie steht aber auch für die Unterdrückten, die Minderheiten und all jene, die diskriminiert werden.

    Sowilo fordert dich auf, die dunklen Seiten deines Lebens zu betrachten und sie wird dir Licht schenken.

    Sowilo – Die 16. (teils) verbotene Rune der Sonne

    Sowilo ist die 16. Rune des älteren Futharks und bildet den Abschluss des zweiten Aetts, des sogenannten Hagalaz-Aetts. Sie symbolisiert die Kraft der Sonne. Sie strotzt nur so vor Energie und es ist eine der positivsten Runen des älteren Futharks. Trotz dessen ist sie durch den Missbrauch im Nationalsozialismus in Verruf geraten.

    Sowilo ist dem Buchstaben S zugeordnet

    Sowilo = Sonne, Lebenskraft

     

    Die Rune Sowilo

    In dieser Rune steckt die gebündelte Kraft der Sonne. Sie ist also eine solare Rune, welcher in der magischen Arbeit die germanische Göttin der Sonne „Sunna“ oder auch „Sol“ zugeordnet werden kann. Beide sind weiblich – Sunna wird in den Merseburger Zaubersprüchen erwähnt, Sol in der Edda.

    Die Wurzeln der Rune sind nicht eindeutig geklärt. Sie könnten etymologisch im Indogermanischen ihren Ursprung haben. Die einstigen Wörter „sawel“, „swen“ und „sun“ beziehen sich allesamt auf die Sonne.

    Die Rune Sowilo wird als ein Teil der Swastika, des Sonnenrades, betrachtet. Dieses Rad geht auf eine Zeit zurück, als zu den vier Sonnenfesten im Jahreskreis brennende Feuerräder die Hügel hinunter rollten, welche den Lauf der Sonne symbolisierten. Der Begriff der Swastika hat in der heutigen Zeit einen sehr bitteren Beigeschmack. Als Swastika wird auch das Hakenkreuz der Nazideutschen bezeichnet. Die Nationalsozialisten nutzten die Rune Sowilo für die Darstellung ihres SS Symbols. Aus diesem Grunde ist die Rune in Doppelschreibweise gemäß § 86a StGB verboten und darf in dieser Form nicht öffentlich getragen werden. Achtung Österreich. Hier ist auch die Verwendung des einzelnen Zeichens nicht gestattet.

    Die Sonnenrune wird auch, hergeleitet aus dem 18er Runensystem, als sogenannte Siegrune bezeichnet. Der Wortstamm Sieg (Sig) taucht in zahlreichen norddeutschen Namen auf. Die Sigrdrifa ist eine der Walküren, welche im Sigrdifumal der Edda erwähnt wird. Ob sie mit der Rune Sowilo im Bunde steht? Mit Gesang begrüßt Sigrdrifa in den Edda-Versen den Tag. Ebenso segnet sie das Göttergeschlecht der Asen und erbittet den Sieg für selbige.
     

    Die Macht der Sowilo

    Die Sonne ist machtvoll. Herrscht sie nicht über Leben und Tod? Alles Leben auf dieser Welt ist von ihrem Strahlen abhängig, denn sie lässt Pflanzen gedeihen. Die Sonne ist für die Wachstums-Zyklen in der Natur ausschlaggebend. Fällt die Ernte gut oder miserabel aus?

    Die Sonne schenkt uns zudem das Licht und somit das Sehen. Sie ist als Fixstern, fest im Weltall stehend, der Mittelpunkt unserer Galaxie. So steht die Rune Sowilo auch für das Streben nach höheren Mächten. Vielleicht könnte dies noch weiter auf die Spitze getrieben und in einem gewissen Sinne als ein Streben nach Erleuchtung gedeutet werden.

    Als Siegrune verleiht sie dir fast unbezwingbare Kräfte, wenn es darum geht, in deinem Leben um etwas zu kämpfen. Wirklich alles in ihr strebt danach, zu leben und so steht sie auch für ein Überleben. Ihre ganze Kraft ist auf die Selbsterhaltung ausgerichtet. Und doch kann auch die Sonne todbringend sein. Sie kann die Zellen unserer Haut schädigen, Ernten verdorren lassen oder auch Feuer entfachen. Bei all dem jedoch ist etwas aus der Balance geraten. Die Haut trug keinen Schutz, auf den Feldern fehlte der Regen und auch das Feuer konnte aus diesem Grunde entstehen.

     

    Die magische Arbeit mit Sowilo

    Mit der Kraft dieser Rune wecken wir das innere Feuer. Dies kannst du am eigenen Leib erfahren, aber auch in Heilritualen für andere Menschen einsetzen. Du kannst mit der Rune alles beleben, was zum Wachstum die Kraft der Sonne benötigt. Selbstredend ist sie ein wichtiger Bestandteil von Sonnenritualen.

    Die Rune fördert das Wachstum im Inneren wie im Außen. Sie kann aber auch zerstören. Die Kraft der Sonne kann so manches in Flammen aufgehen lassen.

    Die Rune als Amulett getragen, kann dir helfen, siegreich aus unangenehmen Situationen hervorzugehen. In starren Beziehungen kann Sowilo neue Flammen der Liebe entfachen. Auch in Ritualen zur Förderung sexueller Kräfte ist Sowilo eine gute Wahl. Allgemein sei erwähnt, dass du Sowilo immer dann zur Anwendung bringen kannst, wenn du neue Kräfte wecken möchtest.

Tyrs-Aett – Die Runen des Gottes Tyr

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Das dritte Oktett wird Tyr Aett, auch Kaufmanns-Aett, genannt und ist dem Gott Tyr gewidmet.

Es besteht aus:

Tiwaz – Berkana – Ehwaz – Mannaz – Laguz – Ingwaz – Dagaz – Othala

Hier nun steht der Mensch im Mittelpunkt. Die Energien dieser Runen sind von sehr sehr altem Wesen. Sie sind sehr machtvoll und auch eigensinnig.

Diese Runen werden dir nie schenken was du willst, sie werden dir immer nur geben was du brauchst. Es wird nicht in deiner Macht liegen, sie bestimmen es. Das ist gut so, denn sie wissen was richtig ist.

Es geht hier um unser soziales Verhalten, um unseren Platz in der Welt, unsere gesellschaftliche Stellung.

Diese Runen stehen uns Menschen sehr nah und doch werden sie dir niemals gefällig sein. Du kannst lernen dich zu reflektieren. Du kannst zu Einsichten gelangen und dich weiterentwickeln.

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    Tiwaz – Das Himmelsgewölbe
    Die Rune Tiwaz steht für den Buchstaben T.
    Diese Rune wird dem Gott Tyr zugeordnet. Er steht für die Weltenordnung, das Recht die Gerechtigkeit.
    Mit dieser Rune hast du deine Ziele unerschütterlich vor Augen, wie ein Polarstern in der Nacht weist Tiwaz dir den Weg.
    Du bist unglaublich stark. Es ist Zeit, diese Stärke zu zeigen. Du darfst dich jetzt nicht vor deiner Verantwortung drücken. Sei mutig! Kämpfe für deine Visionen!
    Verliere dabei niemals den Blick für deine Mitmenschen aus den Augen, denn du bist trotz allem ein Teil dieser Gemeinschaft und kein rücksichtsloser Einzelkämpfer.
     

    Tiwaz, die 17. Rune des Gottes Tyr, Bewahrer des Rechts

    Tiwaz, die Rune des Gottes Tyr steht für die Weltenordnung, das Recht und die Gerechtigkeit. Im älteren Futhark führt sie das dritte Aett an, welches auch Tyrs Aett heißt. Tiwaz ist dem Buchstaben T zugeordnet. Tiwaz = Symbol für Pfeil, Himmelsgewölbe

     

    Die Rune Tiwaz

    Betrachte einmal die Rune für eine Weile und beobachte, welche Assoziationen in dir aufsteigen. Fühlst du dich an einen Pfeil erinnert oder ein stützendes Dach, welches unter sich etwas verbirgt? Vielleicht ist es auch das Gefühl, dass etwas in eine Richtung fließt, welches in dir aufsteigt. Siehst du Geborgenheit oder Kampf, wenn du die Rune erfühlst? Oder etwas völlig anderes?

    Die Form der Pfeilspitze drängt sich förmlich auf, auch wenn bei längerer Betrachtung weitere Bilder aufsteigen. In der alten Zeit erinnert sie an Speere, aber ebenso an Pfeile. Ein Speer kann sowohl geworfen, als auch gestoßen werden. Pfeile und Speere gehen stets in eine Richtung, sie wenden nicht plötzlich in der Luft und kommen wieder zu uns zurück. In der Tat fand sich das Symbol der Tiwaz Rune auf Speerklingen der alten Zeit, so wie gleichsam Schwerter diese Rune zuweilen trugen.

    Baldur, Sohn von Frigg und Odin, kam durch einen Pfeil der Mistel zu Tode und war es nicht Odin selbst, der vom Speer verwundet neun Tage und Nächte am Baume Yggdrasil hing, als er letztendlich hinabfiel und die Runen fand? So scheint auch bei Vater und Sohn eine Verbindung zur Rune zu bestehen, aber die eigentliche Gottheit hinter Tiwaz ist der uralte Gott Tyr.

     

    Die Rune Tiwaz und der Gott Tyr

    Der Gott Tyr wird teils Tiwaz, auch Teiwaz genannt. Der Name Tiwaz/Teiwaz geht vermutlich auf das indogermanische „deiwos“ zurück, welches wiederum an das lateinische „deus“ (=Gott) erinnert. Auch deiwos bedeutet Gott oder auch göttlich. Theorien besagen, dass Tyr der einstige Hauptgott war, welchen später Odin verdrängte. In der Tat ist Odin ein mächtiger Gott, der noch heute einen höheren Bekanntheitsgrad als Tyr hat, doch auch wenn es so scheint, als sei Odin der Herrscher der Götter, gibt es viele Anhänger der These, dass im alten Heidentum kein Gott über einen anderen stand.

    Tyr könnte in seinem Ursprung ein Himmelsgott gewesen sein, gewiss ist es indes nicht. In der alten Germania Schrift von Tacitus ist von einem Gott Twisto, auch Tuisto (=Zwitter) die Rede. Es handelt sich dabei um einen zweigeschlechtlichen Urgott, wie auch der Ur-Riese Ymir beide Geschlechter in sich trug.

    In der Göttergeschichte gibt es drei Geschwister, welche Unheil und Verderben bringen: (die eigentlich doch recht harmlose) Heldie Midgardschlange und der Fenriswolf. Der Fenriswolf ward als Welpe geduldet, wurde aber bald schon den Göttern zu unheimlich, so dass sie beschlossen ihn anzuketten. Die Zwerge fertigten aus dünnen Fäden die unzerstörbare Kette Gleipnir. Der Wolf selbst war misstrauisch, als ihm die Kette dargereicht wurde und er verlangte, dass einer der Götter die Hand in sein Maul legen sollte als Pfand. Tyr, wohlwissend was geschehen wird, opferte seine Hand.

    Mit diesem Akt endete die Zweigeschlechtigkeit des Gottes und er wurde ein männlicher Gott des Krieges. Der andere Teil Twistos wandelte sich zu Donar-Thor, dem Gott des Donners. Formt nicht auch die Rune selbst aus einem Stamm zwei Abzweigungen?

    Vers des Altenglischen Runengedichts

    Tyr er æinendur asa

    opt værðr smidur at blasa

    ***

    Tyr ist der einhändige Ase,

    oft muss ein Schmied blasen.

     

    Recht und Ordnung

    Die Rune wirkt auf das Ziel gerichtet. Ordnung und Recht sollen hergestellt werden, Frieden einkehren, so wie vorerst der Fenriswolf in Ketten gelegt, sein Dasein fristen muss. Die Rune lässt auch erkennen, dass es unter gewissen Bedingungen nötig ist, Opfer zu bringen, so wie Tyr seine Hand und ebenfalls seine Dualität für höhere Zwecke aufgab.

    Lässt sich die Ordnung nicht im Guten herstellen, so ist die Rune zum Kampfe bereit. In diesem Kampf sind viele Entbehrungen zu erwarten. Bindungen können brechen, Dinge von Wert verloren gehen. Jedoch wie ein Polarstein bei Nacht, weist dir die Rune den Weg. Du bist stark. Zeige diese Stärke und weiche deiner Verantwortung nicht aus. Sei voll des Mutes und glaube unbeirrt an deine Visionen. Achte darauf, dass du dabei deine Mitmenschen nicht aus den Augen verlierst. Sei kein rücksichtsloser Einzelkämpfer, sondern habe das Gesamtbild im Blick.

     

    Die magische Arbeit mit Tiwaz

    Im Grunde ist es klar, nutze Tiwaz, wann immer du ein Ziel erreichen möchtest. Bedenke, dass diese Rune deine Widersacher vernichten kann und sei dir immer im Klaren darüber, wie weit du gehen möchtest. Verbinde dich mit der Rune, um ihre Kraft aufzunehmen und lasse ihre Energie in deine Handlungen einfließen.

    Sei in deinen Entscheidungen gütig und gerecht. Tiwaz eignet sich übrigens ganz hervorragend, um Kräfte unterschiedlichster Art zu einer „Waffe“ zu einen – wie bei Binderunen. Widerfährt dir Unrecht, so trage Tiwaz als Amulett oder direkt auf dem Körper aufgetragen und der Gerechtigkeit wird Genüge getan.

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    Berkana – Die Erdenmutter

    Berkana steht für das B. Sie ist die hütende Mutter der Erde. Sie ist die große Göttin, welche in der nordischen Mythologie durch Frigg verkörpert wird. Sie ist die Frau Odins und Göttin der Asen. Ihr Pendent bei den Vanen ist Freya.

    Berkana ist die Mutter-Rune und die Rune der weiblichen Stärke. Sie steht für die Fruchtbarkeit. Die Frucht, welche sie hervorbringt, ist nicht automatisch die Frucht neuen Lebens. Es sind auch die Früchte unseres Wachstums, unserer Ideen und all dessen was einst gesät wurde.

    Berkana ist bereit, zu schützen, was sie liebt. Sie hütet, pflegt und umsorgt. Das gilt sowohl für Freunde und Familie, als auch auch für deine Projekte oder Träume. Alles was noch nicht stabil genug ist, um der Welt ausgesetzt zu werden, wird umsorgt, bis es sich von selbst trägt.

    Sie ist die weibliche Energie, der Schutz und die Geborgenheit, die Empfängnis und das Wachstum.

    Bei dieser Rune beginnt etwas Neues in deinem Leben. Es wird viel geschehen und es ist ein langer Weg. Es ist Zeit zu säen, nicht zu ernten. Habe Geduld, viel Geduld.
     

    Berkana – Die 18. Rune, der Schutz der Erdenmutter

    Die Rune Berkana ist die hütende Mutter der Erde, die große Göttin. In der Götterwelt der Asen wird sie durch Frigg, der Frau des Gottes Odin verkörpert, in der Welt der Vanen durch die Göttin Freyja.

    Berkana ist der Buchstabe B zugeordnet.

    Sie ist das Symbol der Erdenmutter und der Mutterschaft ansich.

     

    Die Rune Berkana

    Sie ist die achtzehnte Rune des älteren Futharks. Die Energie der Rune Berkana ist durch und durch weiblich. Ihr Element ist die Erde. Sie ist die große Mutter. Diese Mutter-Rune steht für die Fruchtbarkeit. Die Früchte sind nicht in jedem Fall mit neuem Leben verbunden, es sind auch die Früchte unserer Visionen, Erfolge, Ideen, unseres Wachstums und all dessen, was einst gesät wurde.

    Sie trägt die Energie der weiblichen Sexualität in sich. Sie schenkt den Frauen Schutz und Heilung. Tauchen wir in ihre Energien ein, so lassen wir uns in den Schoß der Erdgöttin fallen, in welchem wir tiefe Geborgenheit finden. Sie ist die Geburt und gleichsam die Wiedergeburt, der Anfang allen Lebens, allen Schaffens und allen Seins.

    Berkana ist eine uns wohlgesonnene Hüterin. Kraftvoll beschützt sie unser Heim und unsere Familie. Sie hütet, pflegt und umsorgt unsere Lieben. Aber auch hier wendet die Rune die gleiche Sorgfalt für die Geburt und den Bestand unserer Ideen auf. So kannst du dir gewiss sein, dass alles, was sich noch nicht selbst trägt, unter dem Schutz der Rune steht, bis es einst stark genug ist, in der Welt zu bestehen.

    Berkana ist die weibliche Ur-Energie, sie ist die Empfängnis und das Wachstum und sie ist ein schützender Mantel, welcher tiefe Geborgenheit schenkt. Anders ausgedrückt: Diese Rune ist die Ur-Quelle aller Schöpfungen. Sie kann dabei eine gebärende, aber auch eine rückziehende Kraft sein, welche in ihrem Erdreich aufnimmt, was verborgen bleiben soll.

     

    Berkana, die Baumrune

    Die Rune Berkana ist Teil der sogenannten Baumrunen. Ihr zugeordnet ist die Birke, eines der ersten Bäume, die in Nordeuropa wuchsen. Wie die Rune selbst, symbolisiert die Birke den Neubeginn. Einst stellten die Menschen sie im Frühjahr auf, um Unheil abzuwenden. Ihr Holz wurde in magischen Besen verwendet, welche alle Übel hinfort fegen sollten. Geweihte Birkenzweige schützen Haus und Hof.

    Im Vers über die Berkana aus dem Altenglischen Runengedicht ist alles gesagt.

    Altenglischer Runenvers für Berkana

    Beorc byth bleda leas

    bereth efne swa ðeah

    tanas butan tudder

    bith on telgum wlitig

    heah on helme

    hrysted fægere

    geloden leafum

    yfte getenge

    Die Birke trägt keine Früchte

    ohne Samen schießt ihr Spross.

    Sie ist in den Ästen schön,

    erhaben ihr Helm,

    mit luftigem Laub,

    bewachsen mit Blättern

    reicht sie zum Himmel.

     

    Die magische Arbeit mit Berkana

    Die Rune ist vollkommen auf die Interaktion mit weiblichen Energien ausgerichtet. Gewiss entsteht auf den ersten Blick der Eindruck, dass sie aus diesem Grunde für Männer nicht geeignet ist. Weit gefehlt, denn auch Männer können mit den Kräften der Berkana arbeiten. Als Amulett getragen hilft sie, die innere Dualität von männlich und weiblich in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen. Dies gilt für beide Geschlechter gleichermaßen.

    Frauen stehen mit einem Berkana Talisman zudem unter einem besonderen Schutz. Als Amulett getragen schenkt Berkana Halt, Vertrauen in das Leben und schöpferische Kräfte. Die Rune eignet sich wunderbar, um neues Leben zu schützen. Visualisiere dafür das Zeichen der Rune auf das Herz des Ankömmlings.

    Mit Berkana tritt Neues in dein Leben. Vieles kann auf deinen Wegen geschehen. Verbindest du dich jedoch mit der Kraft der Rune, so steht jeder Beginn unter einem besonderen Schutz. Diese Rune schenkt dir Frieden und innere Harmonie, wenn du ins Schwanken kommst. Nach Außen hilft sie, dass deine Ideen und Visionen geboren werden. Im Inneren schützt sie all deine Geheimnisse und Träume, bis du für sie bereit bist.

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    Ehwaz – Das Pferd
    Die Rune Ehwaz steht für den lateinischen Buchstaben E.
    Das Pferd ist ist ein heiliges Tier im nordischen Glauben. Es steht für Partnerschaften zwischen Mensch und Tier, Herr und Untertan, sich Liebenden.
    Mit dem Pferd wurden Menschen und Sachen transportiert und auch bei dieser Rune geht es gewissermaßen um den Transport. Die Frage, die dabei im Raum steht ist: Mit welchen Mitteln kommen wir voran? Was benötigen wir dafür?
    Sie steht auch dafür, in dieser Welt verlässlich zu sein und sich gegebenenfalls auch einmal anzupassen.
    Der Weg, der vor dir liegt wird unterstützt. Du wirst schnell voran kommen, aber es wird von dir Loyalität gegenüber deinen Mitmenschen erwartet.
     

    Ehwaz – Die 19. Rune des älteren Futharks

    Ehwaz steht für das Pferd, ein heiliges Tier im Glauben des alten Pfades. Sie steht auch für unsere Bindungen, egal ob zu Mensch oder Tier. Ehwaz ist der Buchstabe E zugeordnet. Sie steht für Bewegung, das heilige Pferd, auch unser Gegenüber.

     

    Die Rune Ehwaz

    Bei dieser Rune steht ein Begriff im Fokus, der Transport. Es geht hierbei jedoch nicht nur um den Transport von Gütern von einem Punkt A zu einem Punkt B. Es geht auch um den Austausch, den Transport von Energien zwischen zwei Wesen. Dies kann, wie die Symbolik des Pferdes für die Rune es bereits verheißt, eine Bindung zwischen Mensch und Tier sein, aber auch zwischen zwei Menschen.

     

    Die Rune wird auch „Eh“ genannt, was dem heutigen Begriff der Ehe gleichkommt. Man nehme die Rune Laguz, welche gewissermaßen für den Ursprung allen Lebens steht, da sie das Ur-Wasser ist und alles Leben dem Wasser entsprang. Spiegele diese Rune und du erhältst (d)ein Gegenüber.

    Wir erhalten ein Paar, welches sich an den Händen hält. Zwei Menschen, die eine enge Bindung miteinander eingehen.

    Ehwaz ist die 19. Rune des älteren Futharks und die dritte Rune in Tyrs Aett. In diesem Aett steht der Mensch im Mittelpunkt, sein Platz in der Welt, das soziale Verhalten. So kann die Rune auch weiter gefasst werden und alle Beziehungen einbinden, in denen eine gegenseitige, nicht automatisch negative Abhängig vorliegt. In der heutigen Zeit wäre dies zum Beispiel das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder auch Mieter und Vermieter.

    Bleiben wir aber noch kurz bei dem Gedankenkonstrukt des Transportes. Mit Ehwaz kannst du dich selbst fragen: „Wie komme ich voran? Welche Mittel brauche ich dafür und mit Hilfe welcher Kanäle kann ich meine Visionen (Träume, Wünsche, Projekte, …) transportieren?

    Welchen Weg du auch immer wählst, bist du ein verlässlicher Mensch, der seinen Mitmenschen loyal gegenübersteht, so wird er gewiss unterstützt.

     

    Ehwaz und die Bindung zum Pferd

    Das Pferd ist ein heiliges Tier des alten Pfades. Viele Götter und Göttinnen sind mit dem Pferd verbunden oder haben sich selbst schon in ein Pferd verwandelt. So ist dieses majestätische Tier unter anderem mit der keltischen Göttin der Fruchtbarkeit Epona verbunden. Loki wandelte sich in eine Stute und zeugte mit dem Hengst eines Riesen das achtbeinige Pferd Sleipnir, welches er Odin schenkte. Demeter wandelte sich in eine Stute, als Poseidon sie verfolgte. Wie auch Hekate schon als Stute in Erscheinung trat. Und schaut der Hufabdruck nicht wie die Sichel eines Mondes aus? Auch die keltische Mondgöttin Rihanna war als weiße Stute zu sehen.

    Pferde wurden für rituelle Handlungen genutzt. Stäbe waren aufgestellt, eine Frage an die Götter gestellt und das Pferd losgelassen. Blieben alle Stäbe stehen, so war dies ein gutes Omen. Die Veneter zum Beispiel, welche an der deutsch-polnischen Küste des Baltikums lebten, zeichneten jedes Jahr Linien in den Sand. Es stand die Frage im Raum, ob sie in diesem Jahr auf Raubzug gehen oder nicht. Berührte das Pferd auch nur eine der Linien, so blieben sie besser zu Hause.

    Das Pferd ist zudem ein Symbol der Fruchtbarkeit, aber auch für eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier. Tragen uns, nicht dass ich das gutheißen würde, nicht die starken Pferderücken geduldig des Weges? Ziehen sie nicht unsere Lasten?

     

    Die magische Arbeit mit Ehwaz

    Eines der wichtigsten Tugenden des alten Pfades ist die Loyalität. Ich habe sie bereits angesprochen. Ehwaz am Körper getragen, kann dir einerseits helfen, selbst loyal zu handeln und andererseits dafür sorgen, dass dir selbst Loyalität von außen widerfährt. Sie fördert deine Interaktionen mit anderen Lebewesen. Bedenke aber immer, dass keine Rune ein Wundermittel ist. Einmal aufgetragen und schon läuft es glatt im Leben. Runen schenken dir nicht das, was du möchtest, sie geben dir das, was du brauchst. Sei dir gewiss, sie haben dabei ihre ganz eigenen Regeln.

    Ehwaz kannst du auch nutzen, wenn du auf geistiger Ebene mit anderen Wesen in Kontakt trittst, um sie zum Beispiel zu stärken. Ich habe sie einst verwendet, um einem Hund in einem anderen Land Wärme und Schutz zu senden, bis die Hilfe, welche auf dem Weg zu ihm war, eingetroffen war. Es herrschten Minusgrade, der Hund war komplett unterernährt und doch konnte er nach vielen Stunden sicher geborgen werden. In solchen oder auch ähnlichen Fällen ist die Rune eine gute Wahl. Du kannst sie visualisieren. Verbinde dabei beide Teile miteinander. Stelle dir dich als den einen Teil und das andere Lebewesen als den anderen Teil vor und verwebe sie zu einer Einheit.

    Da Ehwaz das magische Reisen unterstützt, ist sie die perfekte Wahl für Verbindungen über weite Entfernungen hinaus.

    Du kannst die Rune als Amulett tragen, wenn du deine Partnerschaft festigen möchtest. Zu diesem Zweck solltest du die Rune selbst anfertigen und nicht auf eine gekaufte Ware zurückgreifen, denn es ist wichtig, die beiden Einzelteile miteinander in Verbindung zu bringen.

  • Mannaz – Der Mensch

    Diese Rune steht für den Buchstaben M.

    Bei dieser Rune geht es um deine Bedeutung, deine Stellung und deinen Platz in dieser Gesellschaft.

    Sie offenbart dir als Spiegelrune dein wahres Wesen.

    Es wird Zeit für dich, auf dein Schicksal Anspruch zu erheben. Du musst nun deinen Weg gehen. Gleiche dabei Körper, Geist und Seele aus, öffne dich dabei auch für die spirituelle Welt.

    Höre auf deine Lehrmeister! Nimm das Gute und auch das Böse wahr. Beides gehört zu deinem Leben dazu.
     

    Mannaz, die 20. (Spiegel)-Rune deines wahren Wesens

    Mannaz ist die Spiegelrune deines wahren Wesens. Sie steht für uns Menschen, unsere Zusammengehörigkeit, aber auch unsere geistige Entwicklung.

    Mannaz ist der Buchstabe M zugeordnet.

    Sie beschreibt das Wesen der Menschheit.

     

    Die Rune Mannaz

    Atme doch einmal tief ein. Folge deinem Atem durch deinen schönen Leib, deinen irdischen Tempel. Schließe die Augen. Lege deine Arme gekreuzt über deine Brust. Lasse dabei die Ellenbogen an der Seite deines Körpers. Was du erhältst, das ist Mannaz. Bleibe in dieser Position und spüre in dich hinein. Was löst diese Geste in dir aus. Welche Empfindungen steigen in dir auf? Mach dich gerne einmal auf diese kleine Reise … vielleicht hörst du die Botschaften der Rune in dir aufsteigen.

    Erkennst du dich selbst? Die Rune Mannaz führt zu einem großen Teil nach innen. Ihre Kraft richtet sich nicht nach oben wie bei der Rune Algiz (ᛉ), sie richtet sich in dich hinein. Die Rune hat sehr viel mit dir selbst zu tun. Vielleicht hast du es gespürt, als du die Arme über deine Brust gehalten hast. Tiefe, innere Gefühle steigen auf. Je länger du in der Position verharrst, und je mehr du dich auf die fließenden Energien einlassen kannst, desto mehr wird die Rune dir dein inneres Wesen spiegeln.

    Dies ist aber nur ein Aspekt der Rune, denn was wären wir ohne unser soziales Umfeld? Mannaz dreht sich zwar ganz und gar um dich selbst, aber sie bezieht alle deine zwischenmenschlichen Verbindungen in der Gesellschaft mit ein. Sie zeigt dir ganz deutlich deine Stellung innerhalb deines sozialen Umfeldes. Die Rune zeigt dir deine Abhängigkeiten von anderen Menschen auf. Sie weckt den Wunsch nach Anerkennung in dir.

    Mannaz gibt keinen Pfifferling auf die Unterschiede zwischen uns Menschen, sie sucht die Gemeinsamkeiten, das Verbindende. So solltest auch du stets die verbindenden Elemente im Gegenüber suchen. Mit dieser Einstellung öffnen wir Geist und Herz für wundervolle Begegnungen.

    Die Rune gleicht in ihrem Wesen ein wenig dem Gott Odin, der stets die Nähe zu uns Menschen sucht und sie fasziniert beobachtet. Interessant ist, dass seine Raben Hugin und Munin heißen, der Geist und die Erinnerung. Die Rune Mannaz enthält das altenglische „myne“ , welches mit Gedanke übersetzt werden kann, aber auch das Wort „maenan“, sich erinnern. Hugin und Munin sind es, welche Odin stets alle Neuigkeiten aus dem Reiche Midgard, wo die Menschen leben, berichten.

     

    20. Vers des Altenglischen Runengedichtes

    Man byth on myrgthe

    his magan leof:

    sceal theah anra gehwylc

    oðrum swican

    forðam drihten wyle

    dome sine

    thæt earme flæsc

    eorthan betæcan

    Der frohe Mensch ist

    seinem Verwandten lieb,

    doch jeder ist verdammt,

    die Gefährten zu verraten

    deshalb will der Herr durch sein Gericht

    das armselige Fleisch

    der Erde zurückgeben.

    Die magische Arbeit mit Mannaz

    Möchtest du Anspruch auf die Erfüllung deines Schicksals erheben, dann zeichne die Mannaz auf deinen Körper. Sie wird dich auf den Weg bringen. Körper, Geist und Seele öffnen. Mannaz kann dir einen Lehrmeister, eine Lehrmeisterin senden. Studiere dein Licht und deine Schatten, denn beide sind ein fester Bestandteil unseres Lebens.

    Die Rune ist also verbunden mit den Gedanken und der Erinnerung. Mache dir in deiner magischen Arbeit diese beiden Merkmale zunutze. Du kannst dein Gedächtnis mit der Kraft der Mannaz schärfen. Möchtest du einen Gedanken nicht verlieren, so schreibe ihn auf und füge das Symbol der Mannaz hinzu. So wirst du dich stets erinnern. Dies kannst du auch bei allen anderen Dingen nutzen, die in deiner Erinnerung nicht verloren gehen sollen.

    Mannaz schärft deinen Verstand, wenn du sie als Amulett trägst. Gleichzeitig fördert sie dabei deine Beziehungen zu anderen Menschen, egal in welcher Position ihr zueinander steht. Sie kann dabei Menschen ebenso von dir fern halten, die nicht in deinen Lebensweg passen. Obacht, da deckt sich die Entscheidung der Rune nicht immer mit deinen persönlichen Wünschen.

    Du kannst Mannaz bei allen Zwistigkeiten einsetzen und mit ihrer Hilfe für ein Ende der Streitereien sorgen, auf welchem Wege dies auch geschehen mag.

    Diese Rune hat die Macht, dein inneres, pulsierendes Feuer zu wecken. Den Funken des Lebens aufglühen zu lassen. Dieses innere Leuchten wird dir den Weg zu anderen Wesen zeigen, seien sie menschlich, göttlich oder ganz anderer Art. Nutze diese Brücke, wenn du eine Bitte, eine Frage oder Botschaft an deine Gottheiten oder Spirits hast.

  • Laguz – Das Wasser

    Laguz steht für das L. Sie ist die Rune des Meeres, aus welchem alles Leben entsprang. Laguz steht für das ungeformte Leben, für noch ungeformte Projekte. Überall warten Möglichkeiten auf dich für deine weitere Entwicklung.

    Dieser Rune unterstehen auch unsere Träume, die des Tages aber auch die der Nacht.

    Sei in Bewegung wie das Meer und fürchte dich nicht vor Veränderungen. Achte die Schöpfung des Lebens, damit alles im Fluß bleiben, alles fließen kann
     

    Laguz, die 21. Rune des Wassers, Quell allen Lebens

    Die Rune Laguz ist das Meer, das Ur-Wasser, aus dessen Tiefen alles Leben entspringt. Diese Rune des Wassers ist ebenso eine Quelle für unendlich viele Möglichkeiten.

    Laguz ist der Buchstabe L zugeordnet.

    Sie symbolisiert das Wasser und ist somit die Quelle des Lebens.

     

    Die Rune Laguz

    Diese 21. Rune des älteren Futharks umfasst alles, was mit dem Wasser zu tun hat. Sie ist das Ur-Meer, der Teich, der Fluss, der Sumpf oder das Moor. Jedes pulsierende Leben ist aus dem Wasser geformt. Unser Ursprung liegt in den Tiefen des Meeres.

    Ob wir auf die indogermanische Sprache schauen, wo Laguz ihre Wurzel in „laku“ auch „loku“ hat, welches mit Gewässer oder Meer übersetzt werden kann, oder auf den Wurzelstamm aus dem Altenglischen „leccan“ für Lauge, die Rune steht stets mit einer Form von Wasser in Kontakt. Noch klarer wird es mit der altenglischen Bezeichnung „lagu“, ebenfalls für Ozean, See oder auch Fluss.

    Wasser hat sehr verschiedene Eigenschaften. Es kann Leben schenken, aber auch mit einer urgewaltigen Kraft selbiges vernichten. Die Energien können fließend sein, stillstehen oder aufbrausen.

    Begreifst du, dass alles Leben der Erde, dem Wasser entstiegen ist, so begreifst du auch das Wesen der Laguz. Mit diesem Leben sind die Träume, Wünsche, Hoffnungen, die Liebe, aber auch die Wut, der Hass und der Krieg in die Welt gekommen. Das Wasser ist die Quelle aller Möglichkeiten. Das ganze Potential ist in dieser Rune vereint.

    21. Vers des altenglischen Runengedichtes

    Lagu byth leodum

    langsum gethuht

    gif hi sculun nethan

    and hi sæytha

    swythe bregath

    and se brimhengest

    bridles ne gym.

    Wasser scheint für Menschen unendlich

    wenn sie auf der schwimmenden Barke reisen

    und die Wellen sie schrecken

    und das Pferd (Ross des Meeres) der Tiefe

    seine Zügel nicht achtet

     

    Die magische Arbeit mit Laguz

    Sei bei deiner magischen Arbeit stets in Bewegung, so wie das Meer. Fürchte nicht die Veränderungen, die es zwangsweise mit sich bringt. Gehe stets behutsam und respektvoll mit jeglicher Schöpfung um, denn alles erfüllt einen Zweck und ist im Kreislauf des Lebens eingebunden.

    Du kannst dich in der magischen Arbeit mit Njörðr, dem nordischen Gott des Meeres verbinden. Nutze die Kraft der Rune Ansuz, um mit dem Meeresgott in Kontakt zu kommen. In gewisser Weise kannst du auch die Göttin Frigg um Hilfe bitten, denn sie lebt im „Fensalir“, einem Saal des Wasser, des Sumpfes.

    Die Macht der Laguz ist überwältigend, sie ist eine wahrhaftige Zauberrune. Mit ihr kannst du in die Zukunft schauen, aber auch in das Reich der Vergangenheit blicken. Sie wird dir helfen, deine Kräfte fließen zu lassen. Fällt dir das Visualisieren schwer, so male dir die Laguz auf deine Haut, gerne am Sitz des dritten Auges.

    Mit der Laguz kannst du die Welt deiner Träume erreichen und besser verstehen. Du kannst dich aber auch auf astralen Reisen in die Träume anderer Menschen einklinken. Vorsicht, Laguz ist außerordentlich machtvoll. Weißt du ihre Kräfte zu bündeln, so kann es dir sogar gelingen, die Träume Anderer zu beeinflussen oder sie in eine bestimmte Richtung zu lenken. Sie wird dir auch das schamanische Reisen erleichtern und Räume für Begegnungen öffnen, die in anderen Welten liegen.

    Laguz kann als Amulett getragen werden. Hier ist es sehr wichtig, das Amulett selbst zu fertigen, denn es kann vielerlei Aufgaben erfüllen. Webe in die Arbeit am Amulett deine Intuition für die Rune fest ein, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt. Möchtest du zum Beispiel deine spirituellen Kräfte fließen lassen, so denke genau an dieses Vorhaben, wenn du das Amulett formst. Lasse dann keinerlei andere Gedanken aufkommen. Du kannst die Rune für alle Anwendungen nutzen, die sich entfalten sollen. Übrigens: Begibst du dich auf eine Reise über Wasser, so trage Laguz bei dir und sie wird dir Schutz bieten.

  • Ingwaz – Die Rune der Fruchtbarkeit

    Ingwaz entspricht dem deutschen NG. Sie steht für Wachstum, Ernte, Frieden und Wohlstand. Dies alles sind Aspekte des Gottes Freyr. Etwas langlebiges ist auf dem Weg zu dir, vielleicht neues, noch ungeborenes Leben?

    Ingwaz sagt auch, dass dein Weg spirituell sein wird, mitunter auch einsam. Das Feuer der Inspiration in deinem Inneren wird dich wärmen. Es gilt, dieses Feuer zu nähren.

    Es ist Zeit, nach Antworten zu suchen, es wurden genug Fragen gestellt. Du bist aufgefordert, JETZT zu leben. Mehr zählt nicht. Dein Leben nimmt eine Wendung und aus ihr heraus wird etwas Gutes entstehen.

    Ingwaz, die 22. Rune des Fruchtbarkeitsgottes Freyr

    Die Rune Ingwaz ist eng mit zwei der nordischen Götter verknüpft. Freyr, auch Ingwi-Freyr genannt, ist der Gott der Fruchtbarkeit. Ein Gott der Wanen, der für das Leben steht, die männliche Potenz, die Schönheit, das Wachstum, auch die Ernte und den Wohlstand.

    Freyja ist eine Wanen-Göttin, auch sie symbolisiert die Fruchtbarkeit und Schönheit. Sie lehrt den Asen-Göttern die Kunst der Zauberei, ist die Anführerin der Walküren und wählt als diese unter den Einherjer, den gefallenen Kriegern, die Hälfte von Odins Totenbeute und erweckt sie zu neuem Leben.

    Ingwaz ist die Buchstabenkombination NG zugeordnet. Sie ist ein Symbol für das Ei und steht unter anderem für das Wachstum.

     

    Die Rune Ingwaz

    Der Gott Freyr trägt häufig den Beinamen Yngwi, also dann Yngwi-Freyr genannt. Mit Yngwi (auch Ingwë oder Ingwio) wird der wichtigste Gott des Germanenstammes der Ingaevonen bezeichnet, welcher also vermutlich eigentlich Freyr ist.

    Der Name Yngwi findet sich bei Tacitus, wird aber erst durch Snorri Sturlusson in der Ynglinga saga mit Freyr verknüpft. Mitunter steht geschrieben, dass Freyr eine Mutter namens Inguna hatte, aber wahrscheinlicher ist eine inzestuöse Verbindung seines Vaters Njörd mit Nerthus. Freyr war zuerst mit seiner Schwester Freyja verheiratet, ehe diese Óðr zum Manne nahm. Die Rune Ingwaz ist eng an dieses Geschwisterpaar gekoppelt.

    Wie der große Gott, steht auch die Rune selbst für das Wachstum, die Ernte, den Frieden und den Wohlstand – alles Aspekte beider Gottheiten, vor allem aber von Freyr.

    Sie ist die 22. Rune des älteren Futharks. Im Altenglischen Runengedicht ist im Zusammenhang mit Ing(waz) von einer Rückkehr gen Osten die Rede. Im Osten geht die Sonne auf. Die Wiederkehr der Sonne ist eng an die Riten der Fruchtbarkeit gekoppelt – ist sie es doch, die neues Leben erst entstehen lässt. Ist dies auch die Symbolik hinter der Ingwaz Rune?

    Mit Ingwaz entsteht Neues, so wie die Sonne im Osten jeden Tag aufs Neue aufgeht. Energie formt sich. Kräfte manifestieren sich. All dies sammelt und bündelt sich zu etwas, das sich auf den Weg macht, neu zu entstehen. Was es hervorbringt, wird lange Bestand haben, oder auch lange leben. Möglicherweise ein noch ungeborgenes Leben, dass im Inneren schlummert.

    Die Sonne ist das Feuer für die Inspiration. Sie wärmt auf spirituellen Pfaden, die mitunter sehr einsam sind. Dieses Feuer indes gilt es zu nähren. Ingwaz fordert auf, die richtigen Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen. Durchkreuzt die Rune unverhofft deinen Weg, so bringt sie eine Wende in deinem Leben, welche du nicht fürchten musst, denn Gutes wird entstehen.

    22. Vers des Altenglischen Runengedichtes

    Ingwæs ærest

    mid East-Denum

    gesewen secgun

    oth he siððan est

    ofer wæg gewat

    wæn æfter ran

    ðus Heardingas

    ðone hæle nemdun.

    Ing wurde erstmals

    unter den Ost-Dänen

    von Menschen gesehen

    bis er ostwärts

    über das Meer ging

    der Wagen folgte

    So nannten die Heardingar

    diesen Helden

    Die magische Arbeit mit Ingwaz

    Ingwaz kann bei allen magischen Ritualen eingesetzt werden, die viel Energie benötigen. Du kannst das Zeichen der Rune auf den Boden malen und in seiner Umrandung weitere Runen einbinden, die das Ritual unterstützen sollen.

    Da die Rune die Fruchtbarkeit fördert, kann sie als ein kraftvolles Amulett bei einem bestehenden Kinderwunsch getragen werden. Zudem wird durch Ingwaz jede Form der Knotenmagie verstärkt. Setzt du sie am Ende eines Zaubers ein, so bleibt dieser bestehen, bis die Bindung aufgehoben wird. Zeichne die Rune auf deinen Körper, wenn du dich kraftlos fühlst, sie wird dir Energie schenken.

    Nutze die Rune, wenn du deinen Pflanzen in Haus und Garten etwas Gutes tun willst. Lege sie zwischen die Beete oder in Pflanztöpfe, raune ihren Namen und lasse dich alsbald für deinen grünen Daumen bewundern.

  • Dagaz – Das Licht

    Die Rune Dagaz entspricht dem D. Dagaz symbolisiert die positive Energie des Lichtes, wenn es am stärksten scheint. Sie ist die Rune des Mittags und der Sommermitte. Alles erstrahlt.

    Sie ist eine sehr starke Schutzrune. Zeichne sie in Gedanken oder real über Fenster und Türen.

    Diese Rune ist wirklich durch und durch positiv. Sie bringt dir den Erfolg. Dein langer Weg macht sich endlich bezahlt. Bleibe dran, mache jetzt unbedingt weiter.

    Licht tritt in dein Leben. Dagaz bringt dir den Erfolg. Sie bringt dir Wachstum, Fortschritt, klare Einsichten und Schutz.

    Selbst im Schlechten wirst du nun das Gute finden.
     

    Dagaz – Die 23. Rune des Tages, aber auch der Nacht

    Dagaz ist eine Rune, welche das Licht des Tages mit dem Dunkel der Nacht verbindet. Ihre Kräfte sind sehr stark, so dass sie gerne zum Schutz des eigenen Heimes verwendet wird. Sie symbolisiert den Tag, das Licht, die Sonne, aber auch den Ausgleich zur Nacht.

     

    Die Rune Dagaz

    Sie ist die vorletzte Rune des älteren Futharks. Mitunter wird sie auch an die letzte Stelle gesetzt und löst somit die Rune Othala ab.

    In den indogermanischen Wurzeln „agh“ für ‚Tag‘ und„dheg“ für ‚brennen‘ (auch ‚Hitze‘), ist schon die Bedeutung der Dagaz erfasst. In dieser Rune leuchtet das Licht des Tages. Der Tag ist im Altsächsischen der „dag“, im Altenglischen der „dæg“. In der heutigen Zeit ließe sich schnell schlussfolgern, dass damit die Zeitspanne von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gemeint ist, aber weit gefehlt.

    Tacitus, der römische Historiker, erklärte einst, dass der Tag nicht begann, wenn die Sonne sich im Osten erhob. Ein jeder Tag begann, wenn die Sonne im Westen unterging. Für die Menschen des alten Pfades kam die Nacht also VOR dem Tag, wie wir ihn heute verstehen. Sobald die Sonne hinter dem Horizont versank, ward er angebrochen. Mir gefällt die Vorstellung sehr, dass mit der Dunkelheit etwas Neues bereits beginnt. Jetzt, nachdem die Sonne am Horizont ihren letzten Strahl verschenkt hat, versammelten sich die Menschen bei Speis und Trank, um den Beginn des Tages zu huldigen. So war der Tag einst nicht nur der Tag selbst sondern auch gleichsam die Nacht.

    So symbolisiert Dagaz das Leuchten der Sonnenstrahlen und das Dunkel. Sie ist also auch eine Rune der Dualität. Und dem Raum der Dämmerung dazwischen, der viel zu oft vergessen wird und doch so wichtig ist.

    Tag und Nacht

    Sommer und Winter

    Leben und Tod

    Frau und Mann

    Der Raum dazwischen.

    Die Rune ist ähnlich zu dem weltweit bekannten Symbol für Yin und Yang. Im Hellen findet sich das Dunkle, im Dunklen das Helle. Selbst im Schatten wirst du das Licht finden, so wie bei Licht stets ein Schatten fällt.

    Dagaz symbolisiert den stetigen Wechsel. Auf das Eine folgt das Andere. Immerfort. Irgendwie beruhigend, nicht wahr?

     

    Die Doppelaxt und ihr Bezug zu Dagaz

    In der alten Zeit war die Doppelaxt eine heilige Waffe, viele von ihnen wurden an rituellen, magischen Orten gefunden. Die ersten Exemplare waren aus Stein gefertigt. Noch heute kennen wir die Axt unter der Bezeichnung „Donnerkeile“, was auch an Donar, also den Gott Thor erinnert. Donnerkeile fanden sich unter Bauernhäusern, wo sie, in der Erde vergraben, vor Blitzeinschlägen schützen sollten. Die Dagaz Rune symbolisiert diese Axt mit ihren zwei Klingen. Noch heute zeichnen wir das Symbol an Türen und Fenster, um das Haus vor Unheil zu bewahren.

    24. Vers des Altenglischen Runengedichts

    Dæg byth drithnes sond

    deore mannum

    mære metodes leoht

    myrgth and tohiht

    eadgum and earmum

    eallum brince

    Der Tag, das Licht des Schöpfers gesandt vom Herren

    und den Menschen geliebt

    Es ist eine Quelle

    der Hoffnung und des Glücks

    für Reich und Arm

    und steht allen zu Diensten

    Die magische Arbeit mit Dagaz

    Zuallererst kannst du ihre stark schützenden Eigenschaften nutzen. Visualisiere sie über Fenster und Türen, bringe sie physisch an oder zeichne sie auf, wenn du dein Heim schützen möchtest. Es ist, als wäre dein Zuhause in einen Kreis aus Licht der Dämmerung getaucht, welche den Tag von der Nacht trennt. Im Zwielicht bleibt so manches verborgen. Du kannst diesen Schutz, dieses sich verbergen vor unerwünschten Kräften, auch bei Personen und Tieren anwenden.

    Dagaz kann für alle magischen Rituale gewählt werden, die zwei gegensätzliche Seiten miteinander verbinden sollen.

    Diese Wirkung der lichtvollen Seite der Rune ist durch und durch positiv. Trage sie als Amulett und sie schenkt dir ein sonniges Gemüt, ein inneres Leuchten. Sie unterstützt ebenso deinen Weg zum Erfolg. Deine harte Arbeit macht sich bezahlt. Bleibe dran und gib auf keinen Fall auf.

    Lasse mit Dagaz das Licht in dein Leben treten.

  • Othala – Der Besitz

    Othala steht für den lateinischen Buchstaben O. Diese Rune grenzt dich gegen Fremdes ab. Sie bietet dir den Schutz deiner Privatsphäre. Es gilt, nun dein Land, dein Reich, deine Wohnung zu verteidigen.

    Mit Othala geht es um den Zusammenhalt in deiner engeren aber auch weit verbreiteten Familie.

    Sie steht auch für deine eigene Identität. Du sollst dich auf deinen Traum konzentrieren. Trage ihn in deinen Gedanken und sie werden die nötigen Energien anziehen, derer es bedarf, um ihn zu erfüllen.

    Dir werden Zeichen geschickt, sei achtsam und erkenne sie.

    Es ist nun an der Zeit, alles was geschieht, wirklich geschehen zu lassen. Fordere nichts ein! Dein Traum ist zart wie eine Seifenblase, welche unter Druck einfach nur zerplatzt.

    Othala – Die 24. mysteriöse Rune für das Land des Ursprunges

    Die Othala Rune ist mysteriös und nicht direkt greifbar. Sie steht für das Ursprungsland, das Land der Ahnen. Nur welches? Das geht aus der Rune nicht so ganz genau hervor.

    Othala ist dem Buchstaben O zugeordnet.

    Sie symbolisiert die Heimat, die jedoch für jeden von anderer Bedeutung ist.

     

    Die Rune Othala

    So einiges an der Rune ist nicht sofort sichtbar. Selbst ihre Position im Futhark ist nicht eindeutig. Mal steht sie an vorletzter, mal an letzter Stelle. Beim ältesten Runenfund steht sie an letzter Stelle, welche Position sie auch insgesamt häufiger einnimmt, so dass sie von den Meisten als Abschluss des Futharks anerkannt ist. Im Altenglischen Runengedicht jedoch ist sie im vorletzten Vers erwähnt.

    Im Althochdeutschen ist „ot“ der Schatz, der Besitz und „odhil“ neben der Bedeutung von Besitz auch das Erbe und das Heimatland. Fries¹ ordnet Othala interessanten Ableitungen hinzu, die er für möglich hält. So schreibt er:

    „Mögliche Wurzeln für Othala sind *ud […] *eti […] und *udero […]“

    In gleicher Reihenfolge wie eben genannt, bedeuten sie: aus/das Äußerste – über/jenseits – Gebärmutter (Uterus).

    Weiter schreibt Fries, sei diese Rune das Ahnenland, Eden, Daath, Dathyl oder auch die Knochenfestung Oeth und Anoeth, welche Charles Squirel in seinem alten Werk „Celtic Myth and Legend“² beschreibt. In dieser Beschreibung ist die Festung aus Knochen gebaut, mit zahlreichen Kammern, welche durch ihre unzähligen Verzweigungen wie ein Labyrinth wirken.

    Welches Land steckt hinter Othala?

    Das Beste wird sein, den Zugang zu Othala auf einer Runenreise zu erlangen. Es gibt zu viele Wahrheiten auf dieser und jeder anderen Welt, als dass sich diese Rune auf einen Ort festlegen lassen würde. Jan Fries landet in der anbrechenden Vorzeit, der frühen paläolithischen Periode. Ich finde mich stets an einer der Wurzeln Yggdrasils wieder. Bist du in der Lage schamanisch zu reisen, so suche deinen eigenen Ursprung und somit Zugang für Othala.

    Eines ist sicher, es ist nicht die Heimatfront des dritten Weltkrieges, denen die Nazis die sogenannte Odalrune zugeordnet haben und somit (unter anderem) auch heute noch die Rune verunglimpften. Konzentrieren wir uns nicht auf diesen dunklen Fleck der Geschichte, denn das hat der Zauber der Rune nicht verdient.

    Wichtig für dich zu wissen ist, dass die Rune für dein (Ahnen)Land steht, dein Zuhause. Sie grenzt dich gegen Fremdes ab, schützt deine Privatsphäre. Othala steht für den Zusammenhalt in deiner engeren, aber auch weit gefächerten Familie. Dieses Land und diese Familie gilt es, im Extremfall zu verteidigen, wenn Angriffe von Außen den Frieden bedrohen.

    Selbst deine eigene Identität ist in der Kraft der Rune eingebunden.

    23. Vers des Altenglischen Runengedichts

    Ethel byth oferloef

    æghwylcum men

    gif he mot ær rihtes

    and gerysena on

    brucan on bolde

    bleadum oftast

    Ethel ist jedem sehr lieb

    wenn er in seinem Haus genießen kann

    was auch immer recht und gut ist

    in beständigem Wohlstand

    Die magische Arbeit mit Othala

    Mit Othala schützt du dein Zuhause. Ähnlich wie bei der Rune Dagaz sollte sie dafür an allen Zugängen zum eigenen Reich angebracht werden. Handelt es sich um eine Wohnung, so bringe sie an Fenster und Türen an. Gehört ein Grundstück dazu, so bringe die Rune ebenso in regelmäßigen Abständen rund um das Grundstück herum an. Du kannst Othala und Dagaz zu einer Binderune verknüpfen und sie gemeinsam arbeiten lassen. Je nachdem wie geübt du bist, genügt es, die Rune (oder Binderune) zu visualisieren. Traust du dir diese magische Fähigkeit noch nicht zu, dann ritze sie ein, male sie auf oder fertige sie auf Plaketten an, die du anbringst.

    Othala ist eine Rune, mit welcher du deinen materiellen Reichtum mehren kannst, vor allem in Bezug auf Immobilien.

    Trage die Rune als Amulett, wenn du Hilfe bei der Realisierung deiner Träume benötigst. Ihre Kraft bündelt sich auf das Wesentliche, auch wird sie die richtigen Energien anziehen, damit du dein Ziel erreichen kannst. Sei dafür aufmerksam und achte auf die Zeichen, welche dir geschickt werden. Lasse ansonsten geschehen und schränke ihr Wirken nicht ein. Forderst du zu viel und bist du im Vorgehen zu forsch, so wird der Traum gleich einer Seifenblase platzen.

    Nutze die Rune, wenn du deine Ahnen aufsuchen möchtest. Sie wird dir den Weg dorthin erleichtern.

    Die Runenstellung

    Die Rune hilft dir dabei, dich zu erden und überschüssige Energien abfließen zu lassen. Stelle dich dafür breitbeinig hin, hebe deine Arme und führe sie über deinen Kopf so zusammen, dass die Fingerspitzen sich berühren. Die Handflächen zeigen nach unten. Lasse nun alles, was gehen soll über deinen Körper nach unten abfließen und nimm die Energie der Erde auf.

    Diese Eigenschaft der Rune kannst du dir auch am Ende von Ritualen zunutze machen, wenn du überschüssige, magische Energien wieder abgeben möchtest. So kann nichts haften bleiben, was du nicht eingeladen hast.

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