Die Tiefe des Oktober-Monds: Wie du die Oktober-Energie, das Loslassen als Kraftquelle nutzt
Aktualisiert: 22. Okt.
Wenn das Leben entlaubt wird: Der Spiegel der Oktober-Energie
Die Luft riecht nach feuchtem Moos, vermodertem Laub und dem ersten Rauch aus den Schornsteinen. Wenn der Oktober seinen dunklen Mantel über das Land legt, verändert sich die Welt da draußen schlagartig. Das Licht wird spärlicher, die Schatten tanzen höher an den Wänden. Es ist die Zeit, in der die Natur ihr Gewand nicht mit Groll abstreift, sondern in voller Hingabe loslässt. Sie kämpft nicht gegen den Wind, der die Blätter von den Ästen reißt. Sie lässt sie einfach fallen, weil sie weiß, dass ihre Energie jetzt an einem anderen Ort gebraucht wird: tief unten, in der Erde, bei den Wurzeln.

Für viele von uns Frauen ab 40 fühlt sich dieser Monat wie ein plötzliches Innehalten an – manchmal auch wie ein Stolpern. Während der Sommer uns nach draußen gezogen hat, fordert der Oktober uns auf, den Blick nach innen zu richten. Doch dort, in der Stille, wird es oft laut.
Vielleicht spürst du in diesen Tagen eine körperliche Unruhe, die sich schwer greifen lässt. Die Wechseljahre melden sich mit Hitzewellen oder Schlafstörungen, die Kinder gehen eigene Wege (das Empty-Nest-Syndrom wirft seine ersten Schatten), oder eine Beziehung fühlt sich nicht mehr so passgenau an wie noch vor ein paar Jahren. Der Verstand flüstert:
„Du musst durchhalten, du musst das festhalten, was war.“
Doch die Oktober-Energie fragt dich etwas ganz anderes: Was in deinem Leben stirbt gerade ab, weil seine Zeit vorüber ist? Und wie viel Kraft kostet es dich, an den welken Blättern festzuhalten?
Loslassen in den Wechseljahren bedeutet nicht Aufgeben. Es ist das mutige Eintreten in deine eigene Reifung. Es ist die Erlaubnis, die Erwartungen anderer endlich wie alte Blätter zu Boden fallen zu lassen.

Die Kraft der Wurzeln: Die Brennnessel als Hüterin der inneren Aufrichtung
Während die Bäume ihr Laub verlieren, sammelt sich im Oktober die ganze Lebenskraft unter der Erde. Jetzt schlägt die Stunde der Wurzeln. Eine unserer treuesten Begleiterinnen in dieser Wandlungsphase ist die Brennnessel (Urtica dioica) – und zwar nicht ihre Sommerblätter, sondern ihre tief im Boden verankerte Wurzel.
Die Brennnessel ist eine Meisterin des Selbstschutzes und der Erneuerung. Sie lässt sich nicht beirren, sie wächst auch auf kargem Boden und fordert Respekt ein.
Die Medizin des Abgrenzens
Auf der körperlichen Ebene: Die Brennnesselwurzel ist in der Frauenheilkunde ein traditioneller Anker. Sie wirkt tonisierend, stärkt das Bindegewebe und unterstützt den Stoffwechsel sanft bei der Umstellung des Hormonhaushalts.
Auf der seelischen Ebene: Sie lehrt uns Standhaftigkeit. Wenn der Herbstwind an deiner Substanz rüttelt, erinnert dich die Brennnesselwurzel daran, wo deine eigenen Wurzeln liegen. Sie hilft dir, Grenzen zu ziehen und nein zu sagen, ohne dich dafür zu entschuldigen.
(Tipp für deinen Alltag: Ein Dekokt – ein starker Absud – aus getrockneter Brennnesselwurzel ist im Oktober ein wunderbares Erdungs-Elixier für abends.)
Ein ritueller Anker: Das Kerzen-Ritual des sanften Loslassens
Um die tiefe Einkehr der Oktober-Energie spürbar zu machen, brauchst du keine komplizierten Zeremonien. Es reicht ein ehrlicher Moment an deinem Küchentisch, wenn das Haus ruhig wird.

So verankerst du das Loslassen in deinem Alltag:
Schaffe eine Atmosphäre: Zünde eine Kerze an, koche dir eine Tasse Kräutertee und schalte alle Bildschirme aus.
Der Blick in den Spiegel: Nimm dir ein Blatt Papier und teile es gedanklich in zwei Hälften.
Schreibe unverfälscht auf:
Links: Was halte ich aus Angst vor der Leere noch fest? (z. B. alte Rollenmuster, die Erwartung, immer zu funktionieren, der Wunsch nach dem alten Körper).
Rechts: Was darf in mein Leben treten, wenn ich den Platz freigebe?
Das Übergabe-Ritual: Schneide den linken Streifen ab. Verbrenne ihn sicher in einer feuerfesten Schale oder vergrabe ihn symbolisch im Garten unter der Erde. Übergib es der Natur – sie weiß, wie man aus Altem neuen Humus macht.
Gehen wir den Weg gemeinsam
Der Oktober zieht uns tief hinein in unsere eigenen Wurzeln. Das kann Angst machen, aber es ist gleichzeitig der Beginn deiner echten, ungeschminkten Kraft. Du musst diesen Lebensumbruch nicht alleine navigieren.
Wenn du das Gefühl hast, den Faden zu deiner eigenen Mitte im Nebel verloren zu haben, lass uns gemeinsam hinschauen. In einer intuitiven Kartenlegung werfen wir einen klaren Blick auf deine aktuelle Zeitqualität und schauen, wo deine Wurzeln Nahrung brauchen. Meine handgefertigten Seelenkompass-Anker erinnern dich täglich daran, dass dein Wert nicht vom Leisten kommt.
Wie fühlt sich der Oktober in deinem Körper an?
Welche Last bist du in diesem Monat bereit, der Erde zu übergeben?
Schreib mir gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag oder antworte mir auf meine nächste Post vom Küchentisch. Ich freue mich auf deine ehrlichen Worte.
Mehr aus dieser Reihe: Wie du die September-Energie für die nutzt · November Magie · Die Schwelle der Reife
Hinweis: Meine Impulse dienen der Selbstreflexion und ersetzen keine ärztliche, heilpraktische oder psychotherapeutische Behandlung. Die Nutzung erfolgt in eigener Verantwortung
🌿 Monis Post vom Küchentisch
Wenn du diesen Beitrag liest, kennst du vielleicht diese Momente, in denen sich im Leben vieles leise verschiebt. Wenn die Kinder eigene Wege gehen, der Körper lauter oder leiser wird und plötzlich diese Stille da ist mit der Frage: „Und was kommt jetzt eigentlich für mich?“
Ich kenne diesen Punkt. Ich habe diese Schwelle selbst überschritten, bin durch das Dickicht gegangen und weiß, wie es sich anfühlt, wenn der alte Kompass nicht mehr greift.
Genau dafür habe ich die Seelenbibliothek angelegt. Dort liegt, was mir damals wieder Boden unter den Füßen gegeben hat: ein Notfallplan für besseren Schlaf, Natur-Impulse, Seelenmomente und leise Anker für unruhige Momente. Ganz ohne Druck, einfach zum Durchatmen.
Und jeden Sonntag schicke ich dir in "Monis Post vom Küchentisch" meine Gedanken direkt in dein Postfach. Trag einfach deine E-Mail-Adresse ein, gieß dir eine frische Tasse ein und tritt ein.
Schau gut nach dir,
Deine Moni ❤️
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